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Wallbox LED-Anzeige zeigt Fehlercodes während der Fehlerbehebung
Die LED-Muster Ihrer Wallbox zu verstehen ist der erste Schritt zur Diagnose und Behebung häufiger Ladeprobleme.

Wallbox Fehlercodes & Fehlerbehebung: Häufige Probleme schnell lösen

· Von CheapEVCharger Team

Ihre Wallbox hat gestern noch einwandfrei funktioniert — und heute blinkt eine rote LED, das Auto lädt nicht, und Sie stehen vor einem kryptischen Fehlercode. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wallbox-Probleme sind häufiger, als die meisten E-Auto-Besitzer denken — und die Mehrheit lässt sich in unter 10 Minuten selbst beheben. Vom ausgelösten FI-Schutzschalter (das häufigste Problem überhaupt) über WLAN-Verbindungsabbrüche, temperaturbedingte Drosselung bis hin zu markenspezifischen Fehlercodes deckt dieser Ratgeber jedes Szenario ab, das Ihnen mit einer Heim-Wallbox begegnen kann.

Wir haben echte Fehlercodes und Lösungsschritte für die beliebtesten Wallbox-Marken in Deutschland zusammengestellt — go-eCharger, Heidelberg, ABL, KEBA, Easee und Wallbox Pulsar — plus klare Hinweise, wann Sie selbst Hand anlegen können und wann ein Elektrofachbetrieb ran muss.

Wie Wallbox-Fehleranzeigen funktionieren

Jede Heim-Wallbox nutzt eine Kombination aus LED-Anzeigen, akustischen Signalen und App-Benachrichtigungen, um ihren Status mitzuteilen. Bevor Sie ein Problem beheben können, müssen Sie verstehen, was Ihre Wallbox Ihnen sagen will.

LED-Farbcodes: Die universelle Sprache

Obwohl jeder Hersteller eigene Muster verwendet, hat sich in der Wallbox-Branche ein loser Farbstandard etabliert, dem die meisten Marken folgen:

LED-Farbe Allgemeine Bedeutung Handlung erforderlich
Grün (dauerhaft) Wallbox eingeschaltet, bereit, kein Fahrzeug angeschlossen Keine — normaler Standby
Blau (dauerhaft) Fahrzeug angeschlossen, Laden aktiv Keine — normaler Betrieb
Blau (pulsierend) Fahrzeug angeschlossen, aber kein Strom (Zeitsteuerung, Akku voll, fahrzeugseitige Verzögerung) Fahrzeug-Ladezeitplan oder Akkustand prüfen
Gelb / Orange (dauerhaft) Warnzustand — Laden kann reduziert oder pausiert sein Temperaturdrosselung, reduzierte Leistung oder Belüftung prüfen
Gelb (blinkend) Firmware-Update oder Selbsttest läuft Warten, bis der Vorgang abgeschlossen ist (nicht ausstecken)
Rot (dauerhaft) Fehler erkannt — Ladevorgang gestoppt Fehler identifizieren und beheben (siehe Abschnitte unten)
Rot (blinkend) Kritischer Fehler — FI-Auslösung, Erdschluss oder Überstrom Fahrzeug trennen, Wallbox zurücksetzen, Verkabelung prüfen
Kein Licht Kein Strom an der Wallbox Sicherungsautomat, Verkabelung und Anschluss prüfen

Blinkmuster sind entscheidend

Achten Sie genau darauf, wie die LED blinkt — nicht nur auf die Farbe. Viele Wallboxen nutzen die Anzahl der Blinkvorgänge, um spezifische Fehlercodes zu übermitteln. Zum Beispiel bedeutet 4-maliges Blinken etwas anderes als 2-maliges. Zählen Sie die Blinkimpulse pro Zyklus, notieren Sie Pausen und gleichen Sie das Muster mit dem Handbuch Ihrer Wallbox ab. Die häufigsten Muster der gängigen Marken finden Sie im nächsten Abschnitt.

App-Benachrichtigungen bei smarten Wallboxen

Wenn Sie eine WLAN-fähige Wallbox haben (Wallbox Pulsar, go-eCharger, Easee, KEBA), liefert die zugehörige App meist deutlich detailliertere Fehlermeldungen als die LED allein. Wenn Sie eine Fehler-LED sehen, sollte Ihr erster Schritt sein, die App zu öffnen — sie zeigt oft genau, was schiefgelaufen ist, inklusive eines spezifischen Fehlercodes. Halten Sie die App installiert und Benachrichtigungen aktiviert, auch wenn Sie keine Zeitsteuerung nutzen. So werden Sie sofort auf dem Handy benachrichtigt, statt morgens festzustellen, dass das Auto nicht geladen hat.

Fahrzeug-Display vs. Wallbox

Denken Sie daran: Ihr Fahrzeug hat eigene Ladeanzeigen, die von der Wallbox unabhängig sind. Wenn die Wallbox grün/blau (normal) zeigt, das Auto aber nicht lädt, liegt das Problem wahrscheinlich fahrzeugseitig. Prüfen Sie das Infotainment-Display des Fahrzeugs auf Meldungen zu Ladeanschluss, Batterietemperierung oder geplanter Abfahrtszeit.

Fehlercodes nach Marke

Hier finden Sie die häufigsten Fehlercodes und LED-Muster der sechs beliebtesten Wallbox-Marken auf dem deutschen Markt. Wenn Ihre Wallbox nicht aufgeführt ist, schauen Sie auf der Support-Seite des Herstellers oder in der Bedienungsanleitung nach — die meisten verwenden ähnliche Muster.

go-eCharger (Gemini flex 2.0)

Der go-eCharger nutzt eine mehrfarbige LED-Leiste an der Vorderseite und bietet detaillierte Statusmeldungen über die go-e App. Dank offener API lassen sich Fehlermeldungen auch in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant integrieren.

LED-Muster / App-Code Bedeutung Lösung
Blau pulsierend Bereit, wartet auf Fahrzeug Normal — kein Handlungsbedarf
Blau dauerhaft Ladevorgang aktiv Normal — kein Handlungsbedarf
Rot / Fehler 10 FI-Schutzschalter hat ausgelöst (Fehlerstrom erkannt) Fahrzeug trennen, Sicherungsautomat aus/ein (30 Sek. warten). Typ-2-Stecker auf Feuchtigkeit prüfen.
Rot / Fehler 6 CP-Signal-Fehler (keine Kommunikation mit Fahrzeug) Stecker abziehen und fest wieder einstecken. Kontaktstifte reinigen. Mit anderem Fahrzeug testen.
Orange / Fehler 3 Überspannung oder Unterspannung erkannt Netzspannung prüfen (230V ±10 %). Bei dauerhaftem Problem Netzbetreiber kontaktieren.
Gelb blinkend Firmware-Update läuft Nicht ausstecken. 5–15 Minuten warten.
Kein Licht Kein Strom Sicherungsautomat im Verteilerkasten prüfen. Zuleitung kontrollieren.

Heidelberg Energy Control

Die Heidelberg verwendet eine einfache Status-LED an der Vorderseite. Da sie keine WLAN- oder App-Funktion besitzt, erfolgt die gesamte Diagnose ausschließlich über die LED.

LED-Muster Bedeutung Lösung
Grün dauerhaft Betriebsbereit, Standby Normal — kein Handlungsbedarf
Blau dauerhaft Ladevorgang aktiv Normal
Rot — 2× Blinken Erdschlussfehler / FI-Auslösung Fahrzeug trennen, Leitungsschutzschalter (LS) aus/ein (30 Sek. warten). Stecker und Dose auf Feuchtigkeit prüfen.
Rot — 3× Blinken Schütz-Fehler (Relais klebt) Stromversorgung unterbrechen. Falls Problem wiederkehrt: Hardwaredefekt — Heidelberg-Support kontaktieren.
Rot — 4× Blinken Übertemperatur-Schutz Wallbox abkühlen lassen. Ausreichende Belüftung sicherstellen. Direktes Sonnenlicht vermeiden.
Gelb dauerhaft Fahrzeug angeschlossen, lädt aber nicht Fahrzeug-Ladezeitplan prüfen. Typ-2-Stecker vollständig einrasten lassen.

ABL eMH1

Die ABL eMH1 nutzt eine minimalistische LED-Anzeige. Als reine Plug-and-Play-Wallbox ohne App erfolgt die Fehlerdiagnose nur über die LED-Muster.

LED-Muster Bedeutung Lösung
Grün dauerhaft Betriebsbereit Normal
Grün blinkend Fahrzeug angeschlossen, Laden aktiv Normal
Rot dauerhaft Fehler erkannt (Erdschluss, Überstrom oder Schütz-Fehler) Fahrzeug trennen, LS aus/ein. Bei Wiederholung: Elektrofachbetrieb beauftragen.
Rot blinkend DC-Fehlerstrom erkannt (6 mA DC) Der integrierte DC-Fehlerstromschutz hat ausgelöst. Stromversorgung 30 Sek. unterbrechen. Bei Wiederholung: Fahrzeug-Onboard-Charger prüfen lassen.
Orange dauerhaft Wallbox im Wartemodus (Ladung vom Fahrzeug pausiert) Fahrzeug-Einstellungen prüfen. Ladezeitplan deaktivieren für sofortiges Laden.

KEBA P30 (KeContact)

Die KEBA P30 verwendet ein mehrfarbiges LED-Band und bietet über die KEBA eMobility App detaillierte Diagnose. Dank OCPP-Kompatibilität lassen sich Fehlermeldungen auch über Backend-Systeme auslesen.

LED-Muster / App-Code Bedeutung Lösung
Grün pulsierend Bereit, wartet auf Fahrzeug Normal
Blau fließend Ladevorgang aktiv Normal
Rot / Fehler E001 FI-Schutzschalter hat ausgelöst Wallbox am LS aus/ein. Stecker auf Feuchtigkeit prüfen. Bei Wiederholung: Erdung der Installation vom Elektriker prüfen lassen.
Rot / Fehler E002 Überstromschutz ausgelöst Absicherung (LS) prüfen — muss zur konfigurierten Ladeleistung passen. Ladestrom in der App reduzieren.
Rot / Fehler E009 CP-Signal-Fehler (Kommunikation mit Fahrzeug gestört) Typ-2-Stecker abziehen und neu einstecken. Kontakte reinigen. Mit anderem Fahrzeug testen.
Orange / Fehler E012 Übertemperatur Wallbox abkühlen lassen. Automatische Wiederaufnahme nach Temperaturabfall. Belüftung prüfen.
Gelb blinkend Firmware-Update läuft Nicht unterbrechen. 5–15 Minuten warten.

Easee Home

Die Easee Home nutzt eine umlaufende LED-Leiste, die Farbe und Muster wechselt. Die Easee App liefert detaillierte Fehlermeldungen inkl. Fehlercode. Viele Funktionen sind cloudbasiert — ohne Internet sind die Diagnosemöglichkeiten eingeschränkt.

LED-Muster / App-Code Bedeutung Lösung
Weiß pulsierend Bereit, Standby Normal
Blau fließend Ladevorgang aktiv Normal
Rot / Fehler 31 Erdschlussstrom erkannt (RCD-Auslösung) Wallbox am LS neu starten (30 Sek.). Stecker trocknen. Bei Wiederholung: Installation prüfen lassen.
Rot / Fehler 33 Relais-Fehler Neustart am LS. Wenn Problem bleibt: Easee-zertifizierten Installateur kontaktieren. Garantiefall möglich.
Orange / Fehler 42 Übertemperatur-Schutz Wallbox abkühlen lassen. Laden wird automatisch fortgesetzt. Direktes Sonnenlicht vermeiden.
Gelb pulsierend Cloud-Verbindung unterbrochen Laden funktioniert weiter. WLAN-Verbindung prüfen. Easee-Serverstatus unter status.easee.com prüfen.

Wallbox Pulsar Plus

Die Wallbox Pulsar nutzt einen LED-Halo-Ring, der Farbe und Muster wechselt. Die myWallbox App liefert spezifische Fehlercodes (Format: ERR-XXX).

LED-Muster / App-Code Bedeutung Lösung
Blau atmend Bereit, wartet auf Fahrzeug Normal
Cyan fließend Ladevorgang aktiv Normal
Rot pulsierend / ERR-001 Erdschluss oder Fehlerstrom erkannt Wallbox am LS neu starten. Stecker auf Feuchtigkeit und Verschmutzung prüfen. Bei Wiederholung: Erdung der Installation prüfen lassen.
Orange / ERR-002 Überstromschutz ausgelöst Absicherung (LS) prüfen. Ladestrom in der myWallbox App ggf. reduzieren.
Rot / ERR-003 Über- oder Unterspannung Netzspannung mit Multimeter prüfen (230V ±10 %). Bei dauerhafter Abweichung Netzbetreiber kontaktieren.
Rot / ERR-007 Kommunikationsfehler mit Fahrzeug Typ-2-Stecker trennen und neu verbinden. Kontaktstifte reinigen. Mit anderem Fahrzeug testen.
Gelb pulsierend Firmware-Update läuft Nicht unterbrechen. 5–15 Minuten warten.

FI-Schutzschalter löst aus (RCD Trips)

Ein auslösender FI-Schutzschalter (RCD) ist das häufigste Wallbox-Problem überhaupt. Wenn Ihre Wallbox mitten im Laden mit einer roten LED stoppte und sich nicht mehr starten lässt, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fehlerstrom dahinter. Das Verständnis der Ursachen und Lösungen spart Ihnen unnötige Elektrikerbesuche und verpasste Ladevorgänge.

Was ist ein FI-Schutzschalter (RCD) und warum braucht die Wallbox einen?

Ein FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter, auch RCD — Residual Current Device) überwacht den Strom auf der Hin- und Rückleitung eines Stromkreises. Unter normalen Bedingungen sind diese perfekt ausgeglichen — jeder Ampere, der über die Phase fließt, kommt über den Neutralleiter zurück. Erkennt der FI auch nur eine kleine Differenz (typisch 30 mA), bedeutet das, dass Strom irgendwo abfließt, wo er nicht soll — möglicherweise über eine Person, Wasser oder einen Erdungspfad. Der FI löst sofort aus, um Stromschlag oder Brand zu verhindern.

Gemäß DIN VDE 0100-722 und DIN EN IEC 61851 muss jede Wallbox-Installation in Deutschland mit einem geeigneten Fehlerstromschutz abgesichert werden. Die Norm unterscheidet dabei zwei wichtige Typen:

FI Typ A vs. Typ B: Was brauche ich?

Eigenschaft FI Typ A FI Typ B / Typ A + DC 6mA
Schutz vor Wechselstrom-Fehlerströme (AC) AC- und Gleichstrom-Fehlerströme (DC)
Preis 30–80 € 150–400 € (Typ B) / 80–150 € (Typ A + DC 6mA-Modul)
Wann erforderlich Wenn Wallbox einen integrierten DC-Fehlerstromschutz (6 mA) hat Wenn Wallbox keinen integrierten DC-Schutz hat
Beispiel-Wallboxen ABL eMH1 (DC-Schutz integriert), go-eCharger (DC-Schutz integriert) Ältere Modelle ohne integrierten DC-Schutz

Wichtig: Die meisten modernen Wallboxen (go-eCharger, ABL, KEBA, Easee) haben einen integrierten DC-Fehlerstromschutz (6 mA). In diesem Fall reicht ein externer FI Typ A — das spart 100–300 € gegenüber einem FI Typ B. Prüfen Sie die Spezifikationen Ihrer Wallbox sorgfältig.

Die häufigsten Ursachen für FI-Auslösungen

1. Feuchtigkeit im Typ-2-Stecker. Das ist die häufigste Ursache überhaupt. Regen, Kondenswasser, Morgentau oder hohe Luftfeuchtigkeit können Feuchtigkeit auf den Kontaktstiften hinterlassen. Schon kleinste Wassermengen erzeugen einen Strompfad, den der FI als Fehlerstrom interpretiert. Lösung: Stecker mit einem sauberen Tuch trockenwischen. Ladebuchse des Fahrzeugs ausblasen. Stecker bei Nichtbenutzung in der Halterung (nach unten zeigend) aufbewahren. Bei Außenmontage eine Wetterschutzhaube für den Stecker verwenden.

2. Falscher FI-Typ oder doppelter FI-Schutz. Wenn Ihr Elektriker einen FI-Schutzschalter im Verteilerkasten installiert hat UND die Wallbox einen eigenen FI besitzt, haben Sie zwei FIs in Reihe. Diese können sich gegenseitig stören und Fehlauslösungen verursachen, selbst wenn kein echter Fehlerstrom vorliegt. Lösung: Lassen Sie vom Elektrofachbetrieb prüfen, ob die FI-Absicherung korrekt ist. Ein FI im Verteilerkasten reicht — der Wallbox-interne DC-Schutz arbeitet unabhängig davon.

3. Beschädigtes Ladekabel. Mit der Zeit können in der Kabelisolierung Mikrorisse entstehen — besonders wenn das Kabel häufig überfahren, beim Aufwickeln geknickt oder UV-Strahlung ausgesetzt wird. Durch diese Risse kann Feuchtigkeit eindringen und intermittierende Fehlerströme verursachen. Lösung: Das gesamte Kabel auf sichtbare Schäden inspizieren — Schnitte, Abrieb, gequetschte Stellen oder freiliegendes Kupfer. Bei Schäden das Kabel sofort nicht mehr verwenden und Ersatz beim Hersteller bestellen. Ein Hochvolt-Ladekabel niemals mit Isolierband reparieren.

4. Fahrzeugseitiger Fehler im Onboard-Charger. Manchmal liegt der Fehlerstrom am Onboard-Charger des Fahrzeugs, nicht an der Wallbox. Wenn Ihre Wallbox konsistent mit einem Fahrzeug auslöst, aber mit einem anderen einwandfrei funktioniert, ist das Problem fahrzeugseitig. Lösung: Den Ladeanschluss und Onboard-Charger in der Werkstatt prüfen lassen. Das fällt unter die Fahrzeuggarantie.

5. Installationsfehler bei der Verkabelung. Lose Neutralleiter-Verbindungen, gemeinsame Neutralleiter zwischen Stromkreisen oder fehlerhafte Erdung können Ableitströme verursachen. Das ist besonders in Altbauten mit veralteter Elektroinstallation häufig. Lösung: Einen zugelassenen Elektrofachbetrieb mit der Prüfung der Installation beauftragen. Korrekte Erdung und feste Verbindungen sind für zuverlässiges Laden essenziell. Mehr dazu in unserem Installationsratgeber.

FI-Reset: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Trennen Sie den Typ-2-Stecker vom Fahrzeug
  2. Schalten Sie den Leitungsschutzschalter (LS) im Verteilerkasten aus
  3. Warten Sie 30 Sekunden (damit sich die internen Kondensatoren der Wallbox entladen)
  4. Schalten Sie den LS wieder ein
  5. Warten Sie auf die Standby-LED (meist grün dauerhaft) — das bestätigt, dass der Selbsttest bestanden ist
  6. Verbinden Sie den Typ-2-Stecker wieder mit dem Fahrzeug
  7. Falls Ihre Wallbox einen FI-Test/Reset-Knopf hat, drücken Sie diesen anstatt den LS zu schalten

Löst der FI sofort beim erneuten Anschließen des Fahrzeugs wieder aus, liegt der Fehler im Kabel, Stecker oder im Onboard-Charger des Fahrzeugs. Löst er erst nach einer Weile Laden aus, suchen Sie nach einem wärmebedingten Problem (thermische Ausdehnung öffnet Mikrorisse im Kabel) oder einem intermittierenden Installationsfehler.

Wallbox startet nicht / kein Strom

Sie schließen Ihr Elektroauto an und nichts passiert. Keine LEDs an der Wallbox, keine Reaktion vom Fahrzeug, kein Fehlercode. Das ist das zweithäufigste Problem nach FI-Auslösungen — und die Ursache ist meist simpel.

Sicherungsautomat zuerst prüfen

Die häufigste Ursache für eine komplett tote Wallbox ist ein ausgelöster Leitungsschutzschalter (LS) im Verteilerkasten. Wallboxen mit 11 kW Drehstrom werden typischerweise über einen 3-poligen LS (16A, Charakteristik C) abgesichert. Wenn ein LS auslöst, steht der Hebel in einer Mittelposition zwischen Ein und Aus — das kann leicht übersehen werden.

Zum Zurücksetzen: Drücken Sie den LS-Hebel fest in die AUS-Position und schalten Sie ihn dann wieder EIN. Einen ausgelösten LS einfach nur Richtung EIN zu drücken, ohne vorher durch AUS zu gehen, setzt ihn möglicherweise nicht zurück. Wenn der LS sofort oder innerhalb von Sekunden erneut auslöst — stopp. Es liegt ein Kurzschluss oder Erdschluss in der Verkabelung vor, der professionelle Diagnose erfordert.

Anschlussprobleme bei Festinstallation

In Deutschland werden die meisten Wallboxen fest an den Drehstrom-Hausanschluss angeschlossen (kein Stecker). Mögliche Fehlerquellen:

  • Lose Klemmverbindungen im Anschlusskasten der Wallbox. Thermische Zyklen (Aufheizen und Abkühlen bei jedem Ladevorgang) können Verbindungen lockern. Lösung: LS ausschalten, Anschlusskasten der Wallbox öffnen und alle Verbindungen auf festen Sitz prüfen. Wenn Sie sich nicht sicher fühlen: Elektrofachbetrieb beauftragen.
  • Interne Sicherung ausgelöst. Einige Wallboxen haben zusätzlich zum externen LS eine interne Sicherung. Prüfen Sie die Bedienungsanleitung für Lage und Austauschverfahren.
  • Kabelschaden durch Nagetiere. Marder und Mäuse sind berüchtigt dafür, Kabelisolierungen in Garagen und Kellern anzuknabbern. Wenn die Wallbox plötzlich keinen Strom mehr hat und der LS in Ordnung ist, inspizieren Sie die Zuleitung auf Tierbiss-Spuren.

Schuko- und CEE-Steckdosen (mobile Wallboxen)

Wenn Sie eine mobile Wallbox wie den go-eCharger Gemini flex an einer Schuko- oder CEE-Steckdose betreiben:

  • Schuko-Steckdose: Maximale Dauerbelastung 2,3 kW (10A). Die Steckdose kann bei Dauerlast überhitzen. Achten Sie auf Verfärbungen oder Brandgeruch. Eine CEE-Dose (rot, 16A oder 32A) ist deutlich sicherer.
  • Lockere Kontakte: Schuko-Steckdosen verschleißen und die Kontakte verlieren ihren Griff. Wenn der Stecker wackelt oder warm wird: Steckdose austauschen lassen.
  • FI-Schutzschalter der Steckdose: In Garagen muss die Steckdose laut VDE über einen FI geschützt sein. Prüfen Sie, ob dieser ausgelöst hat.

Fahrzeugseitige Probleme

Wenn die Wallbox-LEDs normal leuchten (Standby), das Auto aber nicht lädt:

  • Typ-2-Stecker nicht vollständig eingerastet. Der Stecker muss hörbar klicken. Eine teilweise Verbindung startet keinen Ladevorgang.
  • Ladezeitplan im Fahrzeug aktiv. Viele E-Autos haben eine Zeitsteuerung, die die Wallbox übersteuert. Prüfen Sie im Infotainment-System die Einstellungen für „Geplantes Laden" oder „Abfahrtszeit". Deaktivieren Sie diese für sofortiges Laden.
  • 12V-Batterie schwach. Die 12V-Bordnetzbatterie Ihres E-Autos steuert den Ladeanschluss und die Kommunikation mit der Wallbox. Eine schwache 12V-Batterie kann das Laden verhindern, obwohl die Traktionsbatterie in Ordnung ist. Das ist ein bekanntes Problem bei älteren Tesla-Modellen und einigen anderen Fahrzeugen.

Langsames Laden / reduzierte Leistung

Ihre Wallbox funktioniert, aber das Laden scheint deutlich langsamer als erwartet. Statt der üblichen 11 kW zeigt die App nur 6 oder 7 kW an. Das ist meist keine Fehlfunktion — sondern die Wallbox oder das Fahrzeug reduziert die Leistung absichtlich aus Sicherheits- oder Effizienzgründen.

Temperaturdrosselung

Sowohl die Wallbox als auch das Fahrzeug können die Ladegeschwindigkeit reduzieren, wenn die Temperaturen außerhalb des optimalen Bereichs liegen:

  • Wallbox-Übertemperatur: Wenn die interne Temperatur der Wallbox den Betriebsbereich überschreitet (typisch 40–50 °C), drosselt sie die Ausgangsleistung. Das ist im Sommer bei direkter Sonneneinstrahlung häufig, besonders an südseitigen Wänden. Die Wallbox zeigt eine gelbe/orange LED.
  • Batterie zu kalt: Bei kaltem Wetter begrenzt das Batteriemanagementsystem (BMS) des Fahrzeugs den Ladestrom zum Schutz der Zellen. Lithium-Ionen-Batterien können bei Kälte (unter ca. 0 °C) keinen vollen Ladestrom aufnehmen, da sonst Lithium-Plating die Zellen irreversibel schädigen könnte. Das Fahrzeug wärmt die Batterie vor, bevor es volle Ladeleistung zulässt — das kann 15–30 Minuten dauern. Detaillierte Winter-Strategien finden Sie in unserem Winter-Laderatgeber.
  • Batterie zu warm: Ebenso kann das Fahrzeug nach einer heißen Fahrt die Ladeleistung begrenzen, bis die Batterie auf eine sichere Temperatur abgekühlt ist.

Spannungsabfall

Spannungsabfall ist ein versteckter Grund für langsames Laden, den viele Besitzer nicht vermuten. Bei Spannungsabfall reduziert die Wallbox automatisch den Ladestrom. Häufige Ursachen:

  • Lange Kabelwege: Wenn die Zuleitung vom Verteilerkasten zur Wallbox mehr als 15 Meter beträgt, kann der Spannungsabfall signifikant werden — besonders bei dünneren Querschnitten. Bei 20 Metern 2,5 mm² auf 16A (11 kW Drehstrom) liegt der Spannungsabfall bereits bei ca. 3 %, was die effektive Ladeleistung reduziert.
  • Zu dünner Kabelquerschnitt: Gemäß DIN VDE 0100-722 muss der Querschnitt zur Leitungslänge passen. 2,5 mm² ist für 11 kW bis ca. 20 m akzeptabel, darüber hinaus sollte 4 mm² oder 6 mm² verwendet werden.
  • Lose Klemmverbindungen: Jede lockere Verbindung (im Verteilerkasten, Verteilerdosen oder Anschlusskasten der Wallbox) erhöht den Widerstand und verursacht Spannungsabfall und Wärme. Das ist sowohl ein Leistungsproblem als auch ein Brandrisiko.

Diagnose: Messen Sie die Spannung an der Wallbox mit einem Multimeter während des Ladens bei voller Leistung. Liegt die Spannung unter 218V (5 % Abfall von 230V), haben Sie ein Spannungsabfall-Problem. Ein Elektrofachbetrieb kann feststellen, ob die Ursache Querschnitt, Leitungslänge oder Klemmverbindungen sind.

Onboard-Charger des Fahrzeugs als Begrenzung

Jedes Elektroauto hat eine maximale AC-Laderate, die durch seinen Onboard-Charger bestimmt wird — unabhängig von der Wallbox-Leistung:

Fahrzeugtyp Onboard-Charger Max. Ladeleistung AC
Tesla Model 3/Y 11 kW (3-phasig) 11 kW
VW ID.3/ID.4 11 kW (3-phasig) 11 kW
Hyundai Ioniq 5/Kia EV6 11 kW (3-phasig) 11 kW
Renault Zoe 22 kW (3-phasig) 22 kW
Dacia Spring 7 kW (1-phasig) 7 kW
Plug-in-Hybride (PHEV) 3,7–7 kW (1-phasig) 3,7–7 kW

Wenn der Onboard-Charger Ihres Fahrzeugs nur 7 kW kann, bringt eine 22-kW-Wallbox keine schnellere Ladung. Prüfen Sie die Spezifikationen Ihres Fahrzeugs, bevor Sie in eine leistungsstärkere Wallbox investieren.

Lastmanagement aktiv

Smarte Wallboxen mit Lastmanagement (go-eCharger, Wallbox Pulsar Plus mit Power Boost, Easee) reduzieren die Ladeleistung absichtlich, wenn andere große Verbraucher im Haus aktiv sind. Das ist gewollt — die Wallbox schützt Ihren Hausanschluss vor Überlastung. Sie bemerken langsameres Laden, wenn gleichzeitig Herd, Backofen, Durchlauferhitzer oder andere Großverbraucher laufen. Die Ladeleistung kehrt automatisch zurück, sobald diese Verbraucher abschalten.

WLAN / App-Verbindungsprobleme

Smarte Wallboxen benötigen WLAN für App-Steuerung, Zeitsteuerung, Energiemonitoring und Firmware-Updates. Wenn die WLAN-Verbindung abbricht, lädt die Wallbox Ihr Fahrzeug trotzdem weiter (alle smarten Wallboxen fallen in den Offline-Modus zurück) — aber Sie verlieren Fernsteuerung und Überwachung. So beheben Sie Verbindungsprobleme.

Häufige WLAN-Probleme und Lösungen

1. Wallbox verbindet sich bei der Ersteinrichtung nicht.

  • Die meisten Wallboxen unterstützen nur 2,4 GHz WLAN, nicht 5 GHz. Wenn Ihr Router für beide Frequenzbänder den gleichen Netzwerknamen (SSID) verwendet, versucht die Wallbox möglicherweise, sich mit dem 5-GHz-Band zu verbinden und scheitert. Lösung: Deaktivieren Sie vorübergehend das 5-GHz-Band an Ihrem Router, oder erstellen Sie ein separates 2,4-GHz-Netzwerk für die Wallbox.
  • Prüfen Sie, ob Ihr WLAN-Passwort Sonderzeichen enthält, die die Wallbox-Schnittstelle nicht verarbeiten kann. Beschränken Sie sich auf Buchstaben, Zahlen und einfache Symbole.
  • Stellen Sie sicher, dass die Wallbox in WLAN-Reichweite ist. Garagenwände (besonders aus Stahlbeton oder Metall) dämpfen WLAN-Signale erheblich. Bei mehr als 10–15 Metern Entfernung zum Router mit Wänden dazwischen reicht die Signalstärke möglicherweise nicht aus.

2. Wallbox verbindet sich, trennt sich aber häufig.

  • Signalstärke: Bei schwachem WLAN-Signal (1–2 Balken) ist die Verbindung unzuverlässig. Nutzen Sie eine WLAN-Analyzer-App auf dem Handy, um die Signalstärke am Wallbox-Standort zu prüfen. Mindestens -70 dBm werden für stabilen Betrieb benötigt.
  • Router-Überlastung: Bei vielen WLAN-Geräten (30+) kann Ihr Router Schwierigkeiten haben, alle Verbindungen aufrechtzuerhalten.
  • Lösung bei schwachem Signal: Ein WLAN-Repeater (20–40 €) zwischen Router und Wallbox oder ein dedizierter Access Point in der Garage löst die meisten Reichweitenprobleme.

3. App zeigt „Offline", aber Wallbox funktioniert.

  • Die Wallbox hat möglicherweise die Cloud-Verbindung verloren (zu den Servern von go-e, Wallbox, Easee oder KEBA), obwohl das WLAN verbunden ist. Das ist meist ein vorübergehendes serverseitiges Problem. Prüfen Sie die Statusseiten oder Social-Media-Kanäle des Herstellers.
  • Starten Sie die Wallbox am LS neu, um eine frische Cloud-Verbindung zu erzwingen.
  • Aktualisieren Sie die App auf die neueste Version — ältere App-Versionen verlieren manchmal die Kompatibilität nach Server-Updates.

4. Firmware-Update hängt oder schlägt fehl.

  • Trennen Sie die Wallbox niemals während eines Firmware-Updates vom Strom. Wenn ein Update zu hängen scheint (gelbe LED seit über 30 Minuten), schalten Sie die Wallbox am LS aus und wieder ein.
  • Nach dem Neustart sollte die Wallbox das Update entweder abschließen oder zur vorherigen Firmware-Version zurückkehren.
  • Wiederholte Update-Fehler deuten meist auf eine schwache WLAN-Verbindung hin. Verbessern Sie die Signalstärke vor dem nächsten Versuch.

Wenn WLAN nicht nötig ist

Wenn WLAN-Probleme Sie dauerhaft nerven und Sie keine Zeitsteuerung oder Energiemonitoring benötigen, ziehen Sie eine Wallbox ohne WLAN in Betracht — wie die Heidelberg Energy Control oder ABL eMH1. Diese Wallboxen haben kein WLAN, keine App und nichts, was sich trennen kann — sie laden einfach. Die Ladezeitsteuerung Ihres Fahrzeugs (bei praktisch allen modernen E-Autos verfügbar) ersetzt die App-basierte Zeitsteuerung vollständig.

Wetter- und temperaturbedingte Probleme

Wallboxen sind elektrische Geräte, die den Elementen ausgesetzt sind. Extreme Temperaturen — sowohl heiß als auch kalt — verursachen spezifische Probleme, die in gemäßigtem Klima nicht auftreten.

Kälteprobleme (unter 0 °C)

Eingefrorener Ladeanschluss. Eis kann sich um die Ladeklappe des Fahrzeugs oder im Anschluss selbst bilden und das Einstecken oder Einrasten des Typ-2-Steckers verhindern. Lösung: Stecker niemals mit Gewalt einstecken. Verwenden Sie lauwarmes (nicht heißes) Wasser zum Auftauen. Viele moderne E-Autos haben eine Ladeanschluss-Heizung, die sich bei der Vorklimatisierung aktiviert — starten Sie die Vorklimatisierung per App 15–20 Minuten vor dem Anschließen.

Steifes Ladekabel. Die Gummi- oder TPE-Ummantelung von Ladekabeln wird bei extremer Kälte steif und schwer aufzuwickeln. Das beeinträchtigt nicht die Ladefunktion, macht das Handling aber mühsam. Premium-Kabel verwenden kälteflexible Materialien, die bis -30 °C geschmeidig bleiben. Günstige Kabel können unter -5 °C sehr starr werden.

Reduzierte Ladegeschwindigkeit. Wie im Abschnitt „Langsames Laden" beschrieben, akzeptieren kalte Batterien weniger Strom. Bei Temperaturen unter -10 °C kann die Ladegeschwindigkeit um 30–50 % sinken, bis sich die Batterie erwärmt hat. Das ist eine fahrzeugseitige Begrenzung, kein Wallbox-Problem. Umfassende Kälte-Strategien finden Sie in unserem Winter-Laderatgeber.

Kondenswasser löst FI aus. Wenn eine kalte Wallbox oder ein kaltes Kabel in eine warme Garage gebracht wird (oder bei Temperaturschwankungen zwischen kalter Nacht und warmem Morgen), kann sich Kondenswasser auf den Kontaktstiften bilden und den FI auslösen. Lösung: Stecker vor dem Anschließen trockenwischen. Stecker mit den Kontakten nach unten in der Halterung aufbewahren.

Hitzeprobleme (über 35 °C)

Thermische Drosselung. Bei direkter Sonneneinstrahlung im Sommer können die Oberflächentemperaturen der Wallbox 60 °C überschreiten und den internen Übertemperaturschutz auslösen. Die Wallbox reduziert die Ausgangsleistung (typisch um 25–50 %) oder pausiert das Laden, bis sie abkühlt. Lösung: Wallbox möglichst an einer nord- oder ostseitigen Wand oder im Schatten montieren. In den kühleren Abend-/Nachtstunden laden. Ein einfacher Sonnenschutz über der Wallbox kann die Oberflächentemperatur um 10–15 °C senken.

Kabel-Isolierung durch UV-Strahlung. Dauerhafte UV-Einwirkung lässt die Außenhülle des Ladekabels spröde werden und kann zu Rissen führen. Durch Risse dringt Feuchtigkeit ein, die FI-Auslösungen verursacht. Lösung: Kabel bei Nichtbenutzung vor direkter Sonne schützen. Wallboxen mit IP65-Gehäuse sind für Außeneinsatz mit UV-Belastung ausgelegt, aber das Kabel selbst bleibt anfällig.

Regen und Wassereinwirkung

Alle auf unserer Seite Beste günstige Wallbox gelisteten Wallboxen sind für den Außeneinsatz zugelassen (IP54 oder höher). Laden im Regen ist sicher — der Typ-2-Standard ist für nasse Bedingungen ausgelegt, und der FI-Schutzschalter löst sofort aus, wenn Wasser einen Fehlerstrom verursacht. Trotzdem:

  • Nicht den Typ-2-Stecker in einer Pfütze oder stehendem Wasser liegen lassen
  • Nicht laden, wenn die Kontaktstifte sichtbar nass sind — vorher trockenwischen
  • Stecker bei Nichtbenutzung in der Halterung mit Kontakten nach unten aufbewahren
  • Wallbox mindestens 50 cm über Bodenniveau montieren, um Spritzwasser zu vermeiden

Wann den Elektriker rufen?

Zu wissen, wann Sie selbst sicher eingreifen können und wann ein zugelassener Elektrofachbetrieb nötig ist, ist entscheidend. Wallboxen arbeiten mit 230/400 Volt Drehstrom und bis zu 16 Ampere pro Phase — das reicht für lebensgefährliche Stromschläge. Im Zweifel: LS ausschalten und Fachmann rufen.

Sichere Eigendiagnose

Folgende Maßnahmen kann jeder E-Auto-Besitzer ohne Fachkenntnisse durchführen:

Problem Eigendiagnose Zeitaufwand
FI-Auslösung (erstmalig) LS aus/ein, Stecker trocknen, neu verbinden 2 Min.
Wallbox-LED zeigt Fehler Code in Handbuch/App nachschlagen, LS aus/ein 5 Min.
WLAN getrennt Einrichtung in App wiederholen, Signalstärke prüfen 10 Min.
Langsames Laden Fahrzeug-Einstellungen, Ladezeitplan, Batterietemperatur prüfen 5 Min.
Eingefrorener Ladeanschluss Lauwarmes Wasser, Vorklimatisierung aktivieren 10 Min.
Firmware-Update hängt LS aus/ein, WLAN verbessern, erneut versuchen 15 Min.
Fahrzeug lädt nicht Ladezeitplan prüfen, Stecker neu einrasten, 12V-Batterie prüfen 10 Min.

Sofort Elektrofachbetrieb rufen

Diese Situationen erfordern einen zugelassenen Elektrofachbetrieb — versuchen Sie nicht, sie selbst zu beheben:

Problem Warum gefährlich Was der Elektriker macht
LS löst wiederholt aus Kurzschluss oder Dauerstrom-Überlast — Brandgefahr Stromkreis auf Kurzschlüsse testen, Kabelquerschnitt und Verbindungen prüfen, Isolierung kontrollieren
Brandgeruch oder verfärbte Klemmen Lichtbogen oder schmelzende Verbindungen — akute Brandgefahr Klemmen und Zuleitung ersetzen, Verteilerdosen inspizieren, Drehmoment aller Verbindungen prüfen
Wallbox oder Kabel wird heiß Übermäßiger Widerstand erzeugt gefährliche Wärme Lose Verbindungen suchen, beschädigte Klemmen oder Zuleitung ersetzen
FI löst bei jedem Ladeversuch aus Dauerhafter Erdschluss in der Installation Isolationsmessung des Stromkreises, Erdung prüfen, alle Verteilerdosen auf Feuchtigkeit und Schäden inspizieren
Spannung unter 207V oder über 253V Netz- oder Verteilerproblem mit Unter-/Überspannung Am Verteiler messen, Netzbetreiber kontaktieren, ggf. Spannungsüberwachung installieren
Freiliegende Kabel oder beschädigtes Leerrohr Stromschlag- und Brandgefahr Zuleitung und Leerrohr reparieren oder ersetzen

Qualifizierten Wallbox-Elektriker finden

Nicht jeder Elektriker hat Erfahrung mit Wallbox-Installationen. Achten Sie auf:

  • Eintrag in der Installateurverzeichnis Ihres Netzbetreibers — das bestätigt die Zulassung für Arbeiten am Niederspannungsnetz
  • Erfahrung mit Drehstromanschlüssen und 11-kW-/22-kW-Wallboxen (fragen Sie, wie viele Wallboxen der Betrieb installiert hat)
  • Kenntnis der DIN VDE 0100-722 (Wallbox-spezifische Installationsvorschriften)
  • Bereitschaft zur Anmeldung beim Netzbetreiber — jede Wallbox in Deutschland muss angemeldet werden, ab 12 kW ist zusätzlich eine Genehmigung erforderlich

Für eine vollständige Anleitung zum Installationsprozess — inklusive Elektriker finden, Anmeldung und was die Arbeiten umfassen — lesen Sie unseren Ratgeber zur Wallbox-Installation zuhause.

Kosten für professionelle Fehlerbehebung

Ein typischer Elektrikerbesuch zur Wallbox-Diagnose kostet 80–200 € für den Einsatz, plus Material und Arbeitszeit für Reparaturen. Typische Reparaturkosten:

  • Klemmen nachziehen und prüfen: 80–150 €
  • FI-Schutzschalter austauschen: 100–250 € (je nach Typ)
  • Defekten LS austauschen: 80–200 €
  • Zuleitung erneuern: 300–1.000 € je nach Länge und Zugänglichkeit

Vergleichen Sie diese Kosten mit dem Preis einer neuen Wallbox — wenn die Wallbox selbst defekt ist (festklebendes Relais, beschädigte Platine), ist es oft günstiger, eine neue ABL eMH1 (429 €) oder Heidelberg Energy Control (459 €) zu kaufen, als die alte reparieren zu lassen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum löst der FI-Schutzschalter meiner Wallbox immer wieder aus?

Die häufigste Ursache ist Feuchtigkeit im Typ-2-Stecker — wischen Sie die Kontakte vor jedem Ladevorgang trocken. Die zweithäufigste Ursache ist eine doppelte FI-Absicherung (FI im Verteilerkasten plus Wallbox-interner FI), die sich gegenseitig stören kann. Weitere Ursachen sind beschädigte Kabelisolierung, lose Klemmverbindungen und ein defekter Onboard-Charger im Fahrzeug. Lassen Sie die Installation von einem Elektrofachbetrieb gemäß DIN VDE 0100-722 prüfen.

Was bedeutet eine rot blinkende LED an meiner Wallbox?

Eine rot blinkende LED zeigt fast immer einen Fehlerzustand an, der das Laden gestoppt hat. Die häufigsten Fehler sind FI-/Erdschluss-Auslösungen, Überstrom-Erkennung und Übertemperatur-Schutz. Zählen Sie die Blinkvorgänge pro Zyklus — verschiedene Anzahlen bedeuten verschiedene Fehler (z. B. 2× Blinken = oft Erdschluss, 4× Blinken = oft Übertemperatur). Schlagen Sie den Code in Handbuch oder App nach und versuchen Sie als Erstes einen Neustart am Leitungsschutzschalter.

Brauche ich einen FI Typ A oder Typ B für meine Wallbox?

Das hängt von Ihrer Wallbox ab. Die meisten modernen Wallboxen (go-eCharger, ABL eMH1, KEBA P30, Easee) haben einen integrierten DC-Fehlerstromschutz (6 mA). In diesem Fall reicht ein FI Typ A (30–80 €). Nur wenn Ihre Wallbox keinen integrierten DC-Schutz hat, benötigen Sie den deutlich teureren FI Typ B (150–400 €) oder eine Kombination aus FI Typ A + externem DC-6mA-Modul. Prüfen Sie das Datenblatt Ihrer Wallbox oder fragen Sie Ihren Elektriker.

Warum lädt mein Elektroauto so langsam an der Wallbox?

Langsames Laden hat meist eine von vier Ursachen: Temperaturdrosselung (Batterie zu kalt oder zu warm), Spannungsabfall durch lange Zuleitungen oder lose Verbindungen, Lastmanagement der Wallbox (reduziert Leistung bei hohem Hausverbrauch) oder die Begrenzung durch den Onboard-Charger des Fahrzeugs. Prüfen Sie in der Fahrzeug-App die tatsächlich gelieferte Ladeleistung. Liegt sie deutlich unter der Nennleistung der Wallbox, sind Temperatur oder Fahrzeug-Limits die wahrscheinlichste Ursache.

Kann ich Wallbox-Probleme selbst beheben oder brauche ich einen Elektriker?

Viele häufige Probleme können Sie sicher selbst lösen: Wallbox am LS neu starten, nassen Stecker trocknen, WLAN neu einrichten und Fahrzeug-Ladezeitplan prüfen. Einen zugelassenen Elektrofachbetrieb sollten Sie rufen, wenn der LS wiederholt auslöst, Sie Brandgeruch wahrnehmen, der Stecker oder die Wallbox sich heiß anfühlt, oder Sie freiliegende/beschädigte Kabel sehen. Wallboxen arbeiten mit 400V Drehstrom — öffnen Sie niemals den Anschlusskasten ohne vorher den LS auszuschalten.

Funktioniert meine Wallbox bei extremer Kälte oder Hitze?

Ja, aber mit Einschränkungen. Bei extremer Kälte (unter -10 °C) werden Ladekabel steif, Ladeanschlüsse können einfrieren, und das Fahrzeug reduziert die Ladegeschwindigkeit zum Schutz der Batterie. Bei extremer Hitze (über 35 °C) kann die Wallbox die Leistung drosseln, um Überhitzung zu vermeiden. Die meisten deutschen Wallboxen (Heidelberg, ABL, KEBA) sind für -25 °C bis +50 °C spezifiziert. Detaillierte Winter-Tipps finden Sie in unserem Winter-Laderatgeber.

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CheapEVCharger Team

Wir sind ein unabhängiges Team von E-Mobilität-Experten und testen seit 2024 Wallboxen für den deutschen und amerikanischen Markt. Unsere Bewertungen basieren auf Praxistests, technischer Analyse und echten Nutzererfahrungen — ohne Einfluss von Herstellern.

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