Bidirektionales Laden erklärt: So wird Ihr E-Auto zum Stromspeicher für Ihr Zuhause
Stellen Sie sich vor, Ihr Elektroauto versorgt bei einem Stromausfall Ihr ganzes Haus — oder speist tagsüber günstigen Solarstrom ins Netz ein und verdient dabei Geld. Was nach Zukunftsmusik klingt, ist mit bidirektionalem Laden bereits heute technisch möglich. Vehicle-to-Home (V2H), Vehicle-to-Grid (V2G) und Vehicle-to-Load (V2L) verwandeln Ihr E-Auto in einen mobilen Stromspeicher mit 40–100 kWh Kapazität — mehr als die meisten stationären Hausspeicher.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Fahrzeuge und Wallboxen bidirektionales Laden unterstützen, ob sich die Investition wirtschaftlich lohnt, und wann V2G in Deutschland zum Standard wird. Der Markt bewegt sich 2026 schnell — wir zeigen Ihnen den aktuellen Stand und was Sie jetzt schon vorbereiten können.
Was ist bidirektionales Laden?
Beim herkömmlichen Laden fließt Strom nur in eine Richtung: vom Netz in die Fahrzeugbatterie. Bidirektionales Laden dreht diesen Prozess um — Ihr E-Auto kann Energie auch wieder zurückspeisen. Die Batterie Ihres Elektroautos wird damit zum flexiblen Stromspeicher, der Energie aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder abgeben kann.
Das Prinzip ist einfach: Die Hochvoltbatterie eines modernen E-Autos hat typischerweise 40–100 kWh Kapazität. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher deutscher Haushalt verbraucht etwa 10–12 kWh pro Tag. Selbst mit halb geladenem Akku könnte Ihr E-Auto Ihr Haus mehrere Tage lang mit Strom versorgen.
Technisch erfordert bidirektionales Laden einen speziellen DC-Wechselrichter in der Wallbox (oder im Fahrzeug), der den Gleichstrom (DC) der Batterie in netzkompatiblen Wechselstrom (AC) umwandelt. Genau hier liegt der Unterschied zu normalen Wallboxen — und der Grund, warum V2H-fähige Wallboxen deutlich teurer sind.
V2H, V2G und V2L: Die drei Spielarten erklärt
Bidirektionales Laden ist ein Oberbegriff für drei verschiedene Konzepte, die sich in Ziel und Komplexität unterscheiden.
Vehicle-to-Home (V2H) — E-Auto versorgt Ihr Haus
Bei V2H speist Ihr E-Auto Strom direkt in Ihr Hausnetz ein. Sie nutzen die Fahrzeugbatterie als Hausspeicher — idealerweise in Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Tagsüber laden Sie mit Solarstrom, abends versorgt das Auto Ihr Haus. V2H funktioniert hinter dem Netzanschlusspunkt (also innerhalb Ihrer Hausinstallation) und ist regulatorisch weniger komplex als V2G.
- Anwendung: Eigenverbrauchsoptimierung, Notstromversorgung
- Regulatorik: In Deutschland seit 2024 grundsätzlich erlaubt
- Komplexität: Mittel — erfordert DC-Wallbox und Smart-Meter
Vehicle-to-Grid (V2G) — E-Auto speist ins Stromnetz
V2G geht einen Schritt weiter: Ihr E-Auto speist Strom in das öffentliche Stromnetz ein. Damit werden Millionen von E-Autos zu einem virtuellen Kraftwerk, das Lastspitzen abfangen und das Netz stabilisieren kann. Sie als Fahrzeughalter werden für die bereitgestellte Energie vergütet.
- Anwendung: Netzstabilisierung, Erlöse durch Rückspeisung
- Regulatorik: In Deutschland im Aufbau, Pilotprojekte laufen
- Komplexität: Hoch — erfordert bidirektionale Wallbox, Smart Meter, Netzbetreiber-Vertrag
Vehicle-to-Load (V2L) — E-Auto als mobile Steckdose
V2L ist die einfachste Form: Ihr E-Auto stellt über einen Adapter oder eine integrierte Steckdose (meist Schuko oder CEE) Strom für externe Verbraucher bereit — Campingausrüstung, Elektrowerkzeuge oder ein anderes E-Auto. Keine spezielle Wallbox nötig.
- Anwendung: Camping, Baustelle, Notstrom für einzelne Geräte
- Regulatorik: Keine besonderen Anforderungen
- Komplexität: Gering — Adapter genügt, bis zu 3,6 kW
Welche Fahrzeuge können bidirektional laden?
Stand 2026 unterstützen erst wenige Serienfahrzeuge echtes bidirektionales Laden (V2H/V2G). Deutlich verbreiteter ist V2L. Hier die aktuelle Übersicht:
Fahrzeuge mit V2H / V2G-Fähigkeit
| Fahrzeug | Batterie | V2L | V2H | V2G | Max. Rückspeiseleistung |
|---|---|---|---|---|---|
| Hyundai Ioniq 5 | 77,4 kWh | Ja (3,6 kW) | Ja | Geplant | bis 11 kW (DC) |
| Kia EV6 | 77,4 kWh | Ja (3,6 kW) | Ja | Geplant | bis 11 kW (DC) |
| Kia EV9 | 99,8 kWh | Ja (3,6 kW) | Ja | Geplant | bis 11 kW (DC) |
| Nissan Leaf (ab 2023) | 40/62 kWh | Nein | Ja (CHAdeMO) | Ja (CHAdeMO) | bis 6 kW (DC) |
| BYD Atto 3 | 60,5 kWh | Ja (3,3 kW) | Ja | Geplant | bis 10 kW (DC) |
| VW ID.3/ID.4/ID.5 | 58–82 kWh | Nein | Geplant (2026/27) | Geplant | TBA |
| BMW iX / i5 | 76,6–105,7 kWh | Nein | Geplant (2026) | Geplant | TBA |
Pionier: Hyundai & Kia (E-GMP-Plattform)
Die koreanischen Hersteller sind mit ihrer E-GMP-Plattform (Ioniq 5, EV6, EV9) die Vorreiter beim bidirektionalen Laden in Europa. V2L ist serienmäßig, V2H seit 2025 mit kompatiblen DC-Wallboxen möglich. Die 800-Volt-Architektur und die hohe Batteriekapazität machen diese Fahrzeuge zu idealen Hausspeichern.
Nissan Leaf: Der V2H-Veteran
Der Nissan Leaf war weltweit das erste Serienfahrzeug mit V2H-Fähigkeit — allerdings über den CHAdeMO-Standard. In Japan seit über 10 Jahren im Einsatz. Der Nachteil: Europa setzt auf CCS, und CHAdeMO-Wallboxen für V2H sind teuer und selten. Mit dem Ende des Leaf und dem Übergang zu CCS verliert CHAdeMO-V2H an Bedeutung.
VW, BMW und Co.: Die Nachzügler
Volkswagen hat V2H für die ID.-Reihe angekündigt, liefert aber frühestens 2026/27 per Software-Update. BMW plant ähnliches für iX und i5. Tesla unterstützt Stand 2026 weder V2H noch V2G — trotz Elon Musks wiederholter Ankündigungen. Die europäischen Hersteller priorisieren zunächst V2H, V2G folgt mit entsprechender Regulierung.
Welche Wallboxen unterstützen bidirektionales Laden?
Für echtes V2H benötigen Sie eine DC-Wallbox mit integriertem Wechselrichter — ein fundamental anderes Gerät als eine normale AC-Wallbox. Die Preise liegen aktuell zwischen 3.500 und 8.000 € (ohne Installation). Hier die wichtigsten Anbieter in Deutschland:
SMA Sunny Tripower Smart Energy
SMA bietet mit dem Sunny Tripower Smart Energy einen Hybrid-Wechselrichter, der zusammen mit dem SMA EV Charger bidirektionales Laden ermöglicht. Das System integriert PV-Anlage, Hausspeicher und E-Auto in einem Energiemanagement.
- V2H-Leistung: bis 11 kW
- Kompatibel mit: Hyundai Ioniq 5, Kia EV6/EV9
- Preis: ab ca. 5.000 € (Wallbox + Wechselrichter)
- Besonderheit: Nahtlose Integration in SMA-PV-Systeme
Fronius Wattpilot Bidirektional
Der österreichische Hersteller Fronius hat 2025 eine bidirektionale Version des Wattpilot vorgestellt. Das System ist speziell für die Kombination mit Fronius-Wechselrichtern und PV-Anlagen optimiert.
- V2H-Leistung: bis 10 kW
- Kompatibel mit: Fahrzeuge mit CCS-V2H
- Preis: ab ca. 4.500 €
- Besonderheit: Integration in Fronius Solar-Ökosystem
Kostal Enector V2H
Kostal — bekannt für hochwertige Solar-Wechselrichter — bietet mit dem Enector eine V2H-Wallbox, die perfekt in das Kostal PLENTICORE-System integriert ist.
- V2H-Leistung: bis 11 kW
- Kompatibel mit: CCS-fähige V2H-Fahrzeuge
- Preis: ab ca. 4.000 €
- Besonderheit: Made in Germany, hohe Verarbeitungsqualität
E3/DC Wallbox pro
E3/DC (eine HagerEnergy-Marke) bietet mit der Wallbox pro ein vollintegriertes System: Hauskraftwerk (Wechselrichter + Speicher) plus bidirektionale Wallbox. Ideal, wenn Sie ein Komplettsystem aus einer Hand suchen.
- V2H-Leistung: bis 12 kW
- Kompatibel mit: CCS-V2H-Fahrzeuge
- Preis: ab ca. 6.000 € (nur Wallbox, ohne Hauskraftwerk)
- Besonderheit: Autarkie-Optimierung mit eigenem Energiemanagement
Wichtig: Normale Wallboxen können kein V2H
Eine herkömmliche AC-Wallbox (Wallbox Pulsar Plus, go-eCharger, Heidelberg etc.) kann keinen Strom zurückspeisen. Für V2H benötigen Sie zwingend eine DC-Wallbox mit Wechselrichter. Die gute Nachricht: Eine smarte AC-Wallbox ist trotzdem eine sinnvolle Investition — sie ist zukunftssicher, deutlich günstiger, und für das tägliche Laden die optimale Lösung, bis V2H-Systeme ausgereifter und erschwinglicher werden.
Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich V2H finanziell?
Die entscheidende Frage: Rechnet sich die Investition in ein V2H-System? Die Antwort hängt von Ihrer Situation ab — insbesondere von Ihrem Strompreis, Ihrer PV-Anlage und Ihrem Fahrprofil.
Rechenbeispiel: V2H mit PV-Anlage
Annahme: 10-kWp-PV-Anlage, Haushalt mit 4.500 kWh/Jahr Verbrauch, E-Auto mit 77 kWh Batterie, Strompreis 0,36 €/kWh, Einspeisevergütung 0,08 €/kWh.
| Szenario | Eigenverbrauch PV | Jährliche Ersparnis |
|---|---|---|
| Ohne Speicher | ~30 % | Basis |
| Mit Hausspeicher (10 kWh) | ~55–65 % | ~500–700 €/Jahr |
| Mit V2H (77 kWh E-Auto-Batterie) | ~65–80 % | ~700–1.000 €/Jahr |
| V2H + Hausspeicher kombiniert | ~80–90 % | ~900–1.200 €/Jahr |
Amortisation
Eine V2H-Wallbox kostet aktuell 4.000–6.000 € inkl. Installation. Bei einer jährlichen Ersparnis von 700–1.000 € (gegenüber dem Szenario ohne Speicher) amortisiert sich das System in 5–8 Jahren. Zum Vergleich: Ein stationärer 10-kWh-Hausspeicher kostet 5.000–8.000 € und amortisiert sich in 8–12 Jahren. V2H kann also wirtschaftlicher sein — vorausgesetzt, Ihr Auto steht regelmäßig zu Hause.
Notstromversorgung: Unbezahlbarer Mehrwert?
Ein oft unterschätzter Vorteil: V2H bietet echte Notstromversorgung. Bei einem Blackout kann Ihr E-Auto mit 77 kWh Batterie Ihr Haus theoretisch 5–7 Tage lang versorgen (bei reduziertem Verbrauch). Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und steigender Netzbelastung ein Argument, das sich nicht in Euro beziffern lässt.
PV-Eigenverbrauch maximieren
Der größte wirtschaftliche Hebel liegt in der Eigenverbrauchsoptimierung: Solarstrom, den Sie selbst verbrauchen, spart Ihnen 0,36 €/kWh. Strom, den Sie ins Netz einspeisen, bringt nur 0,08 €/kWh. Die Differenz von 0,28 €/kWh ist Ihr Gewinn pro selbst genutzter Kilowattstunde. V2H maximiert diesen Eigenverbrauch, indem überschüssiger Solarstrom im Auto gespeichert und abends wieder genutzt wird.
Technische Voraussetzungen für bidirektionales Laden
Bevor Sie in ein V2H-System investieren, müssen einige technische Voraussetzungen erfüllt sein.
1. DC-Wallbox mit bidirektionalem Wechselrichter
Das Herzstück des Systems. Anders als bei einer normalen AC-Wallbox enthält eine V2H-Wallbox einen eigenen Wechselrichter, der Gleichstrom (DC) aus der Fahrzeugbatterie in netzkonformen 230V-Wechselstrom (AC) umwandelt. Die Wallbox muss nach VDE AR-N 4105 und VDE AR-N 4110 zertifiziert sein.
2. Kompatibles Fahrzeug mit CCS-V2H
Ihr Fahrzeug muss bidirektionales Laden per CCS-Protokoll (ISO 15118-20) unterstützen. Ältere V2H-Fahrzeuge wie der Nissan Leaf nutzen CHAdeMO — dieses System wird in Europa nicht weiterentwickelt. Achten Sie auf CCS-V2H-Kompatibilität.
3. Smart Meter / Energiemanagement
Ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter) ist Pflicht, damit das System weiß, wann Strom eingespeist und wann verbraucht wird. Das Energiemanagementsystem (EMS) koordiniert PV-Anlage, Hausspeicher, Wallbox und Hausverbrauch in Echtzeit.
4. Ausreichender Netzanschluss
Ihr Hausanschluss muss die bidirektionale Leistung verkraften. Bei 11 kW Rückspeiseleistung benötigen Sie einen dreiphasigen Anschluss mit mindestens 3 × 25 A. In den meisten Einfamilienhäusern ist das gegeben — klären Sie das mit Ihrem Netzbetreiber.
5. Anmeldung beim Netzbetreiber
Jede Anlage, die Strom ins Hausnetz oder öffentliche Netz einspeist, muss beim Netzbetreiber angemeldet und genehmigt werden. Das gilt auch für V2H hinter dem Netzanschlusspunkt. Ihr Installateur kümmert sich in der Regel um die Anmeldung.
6. Professionelle Installation
Die Installation einer V2H-Wallbox ist deutlich komplexer als bei einer normalen Wallbox. Sie brauchen einen zertifizierten Elektrofachbetrieb mit Erfahrung in PV- und Speichersystemen. Rechnen Sie mit 1.500–2.500 € Installationskosten (zusätzlich zum Wallbox-Preis).
Vor- und Nachteile von bidirektionalem Laden
Vorteile
- Riesiger Speicher: Ihr E-Auto hat 40–100 kWh — ein stationärer Hausspeicher typischerweise nur 5–15 kWh. Sie nutzen Kapazität, die Sie ohnehin bezahlt haben.
- Eigenverbrauch maximieren: In Kombination mit PV können Sie 70–90 % Eigenverbrauch erreichen und Stromkosten drastisch senken.
- Notstromversorgung: Ihr E-Auto kann Ihr Haus bei Stromausfall tagelang versorgen — ein stationärer Speicher schafft nur wenige Stunden.
- Wirtschaftlicher als Hausspeicher: Wenn Sie ohnehin ein E-Auto haben, ist V2H potenziell günstiger als ein separater Hausspeicher.
- Netzstabilisierung (V2G): In Zukunft können Sie mit V2G zusätzliche Einnahmen durch Netzdienstleistungen erzielen.
- Flexibilität: Ihr „Speicher" ist mobil — Sie können ihn überall hin mitnehmen.
Nachteile
- Hohe Kosten: V2H-Wallboxen kosten 4.000–8.000 € — das Drei- bis Zehnfache einer normalen Wallbox. Dazu kommen höhere Installationskosten.
- Batterieverschleiß: Jeder zusätzliche Lade-/Entladezyklus beansprucht die Fahrzeugbatterie. Die gute Nachricht: Moderne Lithium-Ionen-Akkus sind für 3.000–5.000 Zyklen ausgelegt. Tägliches V2H mit 20–30 % Hub (nicht Vollzyklen) hat laut aktuellen Studien nur minimalen Einfluss auf die Batterielebensdauer — ca. 1–2 % zusätzlicher Kapazitätsverlust nach 10 Jahren.
- Begrenzte Fahrzeugauswahl: Stand 2026 unterstützen nur wenige Modelle echtes V2H über CCS. Die Auswahl wächst, ist aber noch klein.
- Auto muss zu Hause sein: Ihr „Speicher" funktioniert nur, wenn das Auto in der Garage steht. Wer täglich pendelt, hat tagsüber keinen Speicher.
- Regulatorische Unsicherheit: Die Vorschriften für V2G und die steuerliche Behandlung von Rückspeisung sind noch nicht final geklärt.
- Komplexe Installation: Die Installation ist aufwändiger und erfordert Fachbetriebe mit V2H-Erfahrung.
Zukunftsausblick: Wann wird V2G Standard?
Bidirektionales Laden steht 2026 an einem Wendepunkt. Die Technologie ist erprobt, die ersten Produkte sind auf dem Markt — aber die Massenadoption steht noch bevor. Was erwartet uns?
ISO 15118-20: Der neue Standard
Der Kommunikationsstandard ISO 15118-20 definiert erstmals einheitlich, wie Fahrzeug und Wallbox bidirektional kommunizieren. Er unterstützt V2H, V2G und V2L über CCS und wird ab 2026/27 in neuen Fahrzeugen und Wallboxen implementiert. Das bedeutet: Interoperabilität — jedes V2H-Auto funktioniert mit jeder V2H-Wallbox, unabhängig vom Hersteller.
EU-Regulierung treibt V2G voran
Die EU hat V2G als Schlüsseltechnologie für die Energiewende identifiziert. Die überarbeitete Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) und die neue Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie (EPBD) schaffen Rahmenbedingungen für bidirektionales Laden. Deutschland arbeitet an der Umsetzung — voraussichtlich werden ab 2027 klare Vergütungsmodelle für V2G-Rückspeisung gelten.
Fallende Preise
Aktuell sind V2H-Wallboxen mit 4.000–8.000 € noch ein Nischenprodukt. Mit steigender Stückzahl und Wettbewerb werden die Preise bis 2028 voraussichtlich auf 2.000–3.500 € sinken. Gleichzeitig wird die Fahrzeugauswahl deutlich wachsen — VW, BMW, Mercedes und Stellantis haben V2H für ihre nächsten Modellgenerationen angekündigt.
Was sollten Sie jetzt tun?
Wenn Sie aktuell eine Wallbox kaufen, empfehlen wir eine zukunftssichere smarte AC-Wallbox mit App-Steuerung und PV-Überschussladen. Diese können Sie sofort nutzen und sind ideal für den Alltag. Wenn die V2H-Technik ausgereifter und günstiger wird, können Sie die DC-Wallbox später nachrüsten. Eine smarte Wallbox ist keine Fehlinvestition — sie bleibt als tägliche Ladelösung unverzichtbar, auch wenn Sie später V2H hinzufügen.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen V2H und V2G?
V2H (Vehicle-to-Home) speist Strom aus Ihrem E-Auto in Ihr Hausnetz ein — Sie nutzen die Energie selbst. V2G (Vehicle-to-Grid) speist Strom ins öffentliche Stromnetz ein, wofür Sie vergütet werden. V2H ist technisch und regulatorisch einfacher und in Deutschland bereits nutzbar. V2G befindet sich noch in der Pilotphase.
Schadet bidirektionales Laden der Fahrzeugbatterie?
Der zusätzliche Verschleiß ist minimal. Moderne Lithium-Ionen-Akkus sind für 3.000–5.000 Vollzyklen ausgelegt. Beim täglichen V2H-Betrieb nutzen Sie typischerweise nur 20–30 % der Kapazität (kein Vollzyklus). Studien zeigen etwa 1–2 % zusätzlichen Kapazitätsverlust nach 10 Jahren V2H-Nutzung. Die meisten Hersteller schließen V2H-Nutzung nicht von der Batteriegarantie aus.
Was kostet eine bidirektionale Wallbox?
Eine V2H-fähige DC-Wallbox kostet aktuell 4.000–8.000 € (ohne Installation). Mit Installation liegen die Gesamtkosten bei 5.500–10.000 €. Zum Vergleich: Eine normale AC-Wallbox kostet 400–900 €. Die Preise für V2H-Systeme werden voraussichtlich bis 2028 auf 2.000–3.500 € sinken.
Welche Elektroautos können bidirektional laden?
Stand 2026 unterstützen Hyundai Ioniq 5, Kia EV6, Kia EV9 und BYD Atto 3 bidirektionales Laden über CCS. Der Nissan Leaf kann V2H über CHAdeMO. VW (ID.-Reihe), BMW und Mercedes haben V2H für 2026/27 angekündigt. V2L (mobile Steckdose) bieten zusätzlich viele weitere Modelle.
Kann ich mit V2H mein Haus bei Stromausfall versorgen?
Ja. Ein E-Auto mit 77 kWh Batterie kann bei reduziertem Verbrauch Ihr Haus 5–7 Tage lang versorgen. Dafür muss Ihre V2H-Wallbox eine Notstromfunktion (Inselbetrieb) unterstützen — nicht alle Modelle bieten das. Klären Sie diese Funktion vor dem Kauf mit dem Hersteller.
Brauche ich eine PV-Anlage für V2H?
Nein, aber es ist sehr empfehlenswert. V2H funktioniert auch ohne Photovoltaik — Sie könnten z. B. nachts günstigen Strom laden und tagsüber ins Hausnetz einspeisen. Der größte wirtschaftliche Nutzen entsteht jedoch durch die Kombination mit PV: Sie maximieren den Eigenverbrauch Ihres Solarstroms von ~30 % auf 70–90 %.
Kann meine normale Wallbox V2H per Update nachrüsten?
Nein. Eine herkömmliche AC-Wallbox kann nicht per Software-Update bidirektional werden. V2H erfordert einen DC-Wechselrichter — das ist spezielle Hardware, die in normalen Wallboxen nicht verbaut ist. Sie benötigen eine separate V2H-Wallbox. Ihre bestehende AC-Wallbox können Sie aber weiterhin fürs tägliche Laden nutzen.
Verliere ich die Batteriegarantie durch V2H-Nutzung?
In der Regel nicht. Hyundai und Kia haben bestätigt, dass V2H-Nutzung mit zertifizierten Wallboxen die Batteriegarantie (8 Jahre / 160.000 km) nicht beeinflusst. Prüfen Sie dennoch die Garantiebedingungen Ihres Herstellers und nutzen Sie nur vom Fahrzeughersteller freigegebene V2H-Wallboxen.
Wann wird V2G in Deutschland verfügbar sein?
V2G-Pilotprojekte laufen bereits in mehreren deutschen Städten. Ein flächendeckendes V2G mit klaren Vergütungsmodellen wird voraussichtlich ab 2027/28 verfügbar sein. Die EU-Regulierung und der ISO-15118-20-Standard schaffen die technischen und rechtlichen Grundlagen. Bis dahin ist V2H die praktikable Alternative.
Lohnt sich V2H finanziell oder besser ein stationärer Hausspeicher?
V2H kann wirtschaftlicher sein als ein Hausspeicher: Ihr E-Auto hat 40–100 kWh Kapazität (ein Hausspeicher typisch 5–15 kWh), und Sie nutzen eine Batterie, die Sie ohnehin bezahlt haben. Amortisation V2H: 5–8 Jahre, Hausspeicher: 8–12 Jahre. Der Nachteil: Ihr Auto muss zu Hause sein, um als Speicher zu fungieren. Ideal ist die Kombination aus kleinem Hausspeicher (immer verfügbar) und V2H (große Kapazität, wenn das Auto da ist).
CheapEVCharger Redaktion
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