Wallbox-Förderung nach Bundesland: Ihr Ratgeber für 2026
Die bundesweite KfW-Förderung 440 (900 € Zuschuss) ist seit Oktober 2021 Geschichte — doch das heißt nicht, dass Sie Ihre Wallbox komplett selbst bezahlen müssen. Zahlreiche Bundesländer, Kommunen und Energieversorger bieten weiterhin eigene Förderprogramme an, mit denen Sie 200 bis 1.500 € sparen können.
Das Problem: Die Programme sind über Dutzende Landesförderbanken, Stadtwerke und kommunale Stellen verstreut und ändern sich ständig. Dieser Ratgeber gibt Ihnen den kompletten Überblick über alle relevanten Wallbox-Förderungen nach Bundesland in 2026, erklärt die Antragstellung Schritt für Schritt und zeigt, wie Sie Landes- und Bundesmittel optimal kombinieren.
So funktioniert die Wallbox-Förderung in Deutschland
Bevor wir die einzelnen Bundesländer durchgehen, ist es wichtig, die drei Ebenen der Wallbox-Förderung in Deutschland zu verstehen. Jede Ebene hat eigene Programme, Budgets und Antragsverfahren.
1. Bundesförderung (KfW)
Die KfW-Bankengruppe verwaltet die wichtigsten Bundesprogramme. Das bekannteste Programm — KfW 440 mit 900 € Zuschuss pro Ladepunkt — ist zwar ausgelaufen, aber es gibt Nachfolgeprogramme wie KfW 442 (Solarstrom für Elektroautos), das Wallbox, PV-Anlage und Speicher als Gesamtpaket mit bis zu 10.200 € fördert. Voraussetzung: Sie besitzen ein E-Auto und installieren alle drei Komponenten neu.
2. Landesförderung
Hier wird es spannend: Viele Bundesländer haben eigene Förderprogramme über ihre Landesförderbanken oder Energieagenturen aufgelegt. Die Förderbeträge liegen typischerweise zwischen 200 und 1.500 € pro Ladepunkt. Manche Programme fördern nur die Wallbox-Hardware, andere decken auch die Installationskosten ab. Die Verfügbarkeit wechselt häufig — manche Programme sind innerhalb weniger Wochen ausgeschöpft.
3. Kommunale und Stadtwerke-Förderung
Die am häufigsten übersehene Fördermöglichkeit: Viele Stadtwerke und kommunale Energieversorger bieten eigene Zuschüsse von 100 bis 500 € für Wallbox-Käufe — oft exklusiv für Kunden mit einem Ökostromtarif oder als Kombi-Angebot mit einem speziellen E-Auto-Stromtarif. Fragen Sie aktiv bei Ihrem lokalen Energieversorger nach.
Kombinierbarkeit der Förderungen
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lassen sich Landes-, Bundes- und Stadtwerke-Förderungen kombinieren. Es gibt jedoch Ausnahmen — einige Landesprogramme schließen eine Doppelförderung mit KfW-Mitteln explizit aus. In den folgenden Abschnitten weisen wir bei jedem Bundesland darauf hin, ob eine Kombination möglich ist.
Wichtiger Hinweis: Förderprogramme ändern sich häufig — Budgets werden ausgeschöpft, Programme laufen aus oder werden neu aufgelegt. Die hier genannten Informationen basieren auf dem Stand Anfang 2026. Prüfen Sie die aktuelle Verfügbarkeit immer direkt beim Programmträger, bevor Sie Ihre Wallbox kaufen oder installieren lassen.
Nordrhein-Westfalen (NRW): progres.nrw und Stadtwerke-Programme
Nordrhein-Westfalen ist mit knapp 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Bundesland und bietet eines der umfangreichsten Förderlandschaften für Elektromobilität. Die Bezirksregierung Arnsberg verwaltet das zentrale Förderprogramm.
progres.nrw — Emissionsarme Mobilität
Das Landesprogramm progres.nrw (Programm für Rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen) fördert unter der Programmkomponente „Emissionsarme Mobilität" die Anschaffung von Ladeinfrastruktur für Privatpersonen und Unternehmen.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Förderbetrag | Bis zu 1.000 € pro Ladepunkt (nicht-öffentlich zugänglich) |
| Förderfähige Kosten | Wallbox-Hardware, Installation, Netzanschluss |
| Voraussetzungen | Ökostrom-Nachweis, Ladeleistung mindestens 11 kW, stationäre Wallbox |
| Antragstellung | Online über das Förderportal der Bezirksregierung Arnsberg |
| Kombinierbar mit KfW? | Eingeschränkt — Doppelförderung derselben Kosten ist ausgeschlossen, aber KfW 442 (PV+Wallbox+Speicher) kann ergänzend genutzt werden, wenn die Kostenblöcke getrennt werden |
Stadtwerke-Programme in NRW
NRW hat eine besonders dichte Stadtwerke-Landschaft. Viele bieten eigene Wallbox-Zuschüsse:
- Stadtwerke Düsseldorf: Bis zu 400 € Zuschuss für Kunden mit Ökostromtarif; zusätzlich vergünstigte E-Auto-Tarife mit 5–8 ct/kWh Nachtstromrabatt
- RheinEnergie (Köln): 200–500 € Wallbox-Zuschuss bei Abschluss eines Autostrom-Tarifs; zusätzlich kostenlose Erstberatung zur Installation
- Stadtwerke Münster: 300 € Zuschuss für Privatkunden; Kombination mit progres.nrw möglich
- Dortmunder Stadtwerke (DSW21): Wallbox-Komplettpakete mit vergünstigter Installation
Tipp: Informieren Sie sich bei Ihrem lokalen Energieversorger — selbst kleinere Stadtwerke in NRW bieten oft Zuschüsse von 100–300 €, die sich mit dem Landesprogramm kombinieren lassen. Eine günstige Wallbox wie die ABL eMH1 für 429 € wird mit progres.nrw-Förderung und Stadtwerke-Zuschuss schnell zum Schnäppchen.
Bayern: 10.000-Häuser-Programm und lokale Förderungen
Bayern setzt stark auf die Kombination von Photovoltaik und Elektromobilität. Das zentrale Förderprogramm wird über die Bayerische Staatsregierung und die lokalen Energieversorger gesteuert.
10.000-Häuser-Programm (EnergieBonusBayern)
Das 10.000-Häuser-Programm ist Bayerns Leitprogramm für die energetische Modernisierung von Wohngebäuden. Der EnergieBonusBayern fördert im Programmteil „PV-Speicher-Bonus" auch Wallboxen als Teil eines Gesamtpakets.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Förderbetrag | 500–1.000 € für Ladeinfrastruktur (als Teil des PV-Speicher-Bonus) |
| Gesamtpaket-Förderung | Bis zu 3.200 € für PV-Anlage + Speicher + Wallbox |
| Voraussetzungen | Eigenheim in Bayern, Installation einer neuen PV-Anlage mit Speicher, Wallbox mit mindestens 11 kW |
| Antragstellung | Online über das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft |
| Kombinierbar mit KfW? | Ja — mit KfW 442 kombinierbar, wenn die Gesamtförderhöhe die förderfähigen Kosten nicht übersteigt |
Lokale Energieversorger in Bayern
Bayerische Stadtwerke und regionale Versorger sind besonders aktiv:
- Stadtwerke München (SWM): Bis zu 500 € Wallbox-Zuschuss für M-Strom-Kunden; zusätzlich vergünstigter E-Auto-Ladestrom (M-Ladestrom)
- N-ERGIE (Nürnberg): 300 € Zuschuss bei Abschluss eines Wallbox-Kombipakets; inklusive Installationsservice
- Lechwerke (LEW): Wallbox-Pakete mit 200–400 € Rabatt bei Kombination mit Ökostromtarif
- Bayernwerk: Regelmäßige Förderprogramme für Privat- und Gewerbekunden; Förderbeträge variieren nach Region
Kommunale Förderungen
Einige bayerische Gemeinden und Landkreise bieten zusätzliche Zuschüsse:
- München: Die Landeshauptstadt bezuschusst Wallboxen im Rahmen des Förderprogramms Klimaneutralität mit bis zu 500 €
- Regensburg: 200 € Zuschuss für Wallbox-Installation über das Klimaschutzprogramm
- Augsburg: Zuschüsse im Rahmen des Augsburger Klimaplans möglich
In Bayern lohnt sich eine smarte Wallbox mit PV-Überschussladen besonders, da die meisten Förderungen auf die Kombination mit Solarenergie abzielen. Der go-eCharger Gemini flex 2.0 unterstützt PV-Überschussladen ab Werk und ist damit ideal für bayerische Eigenheimbesitzer.
Baden-Württemberg: BW-e-Solar-Gutschein und L-Bank
Baden-Württemberg gehört zu den Vorreitern bei der Förderung nachhaltiger Mobilität. Das Land verknüpft die Wallbox-Förderung konsequent mit erneuerbaren Energien — besonders mit Photovoltaik.
BW-e-Solar-Gutschein
Der BW-e-Solar-Gutschein ist das Flaggschiff-Programm des Landes und wird über die L-Bank (Landeskreditbank Baden-Württemberg) abgewickelt. Es fördert die Kombination aus E-Fahrzeug, PV-Anlage und Wallbox.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Förderbetrag Wallbox | 500 € für eine netzdienliche Wallbox (als Teil des Gesamtpakets) |
| Gesamtförderung | Bis zu 1.000 € (E-Auto + PV-Anlage + Wallbox) |
| Voraussetzungen | Wohnsitz in Baden-Württemberg, eigene PV-Anlage, E-Auto im Haushalt, netzdienliche Wallbox (steuerbar nach §14a EnWG) |
| Antragstellung | Online über das L-Bank-Förderportal; Antrag VOR Kauf der Wallbox stellen |
| Kombinierbar mit KfW? | Ja — ausdrücklich mit KfW 442 kombinierbar; Gesamtförderung darf förderfähige Kosten nicht übersteigen |
L-Bank Wohnraumförderung
Im Rahmen der L-Bank Wohnraumförderung können Wallboxen auch als Teil energetischer Sanierungsmaßnahmen gefördert werden. Die Zuschüsse sind hier projektbezogen und werden im Gesamtpaket einer Wohnraumsanierung berechnet — typischerweise 10–15 % der Investitionskosten für die Ladeinfrastruktur.
Stadtwerke-Förderungen in Baden-Württemberg
- EnBW (Energie Baden-Württemberg): Wallbox-Zuschuss von 200–400 € für EnBW-Stromkunden; zusätzlich vergünstigte Wallbox-Installationspakete über Partnerelektriker
- Stadtwerke Stuttgart: 300 € Zuschuss bei Abschluss eines Elektromobilitäts-Stromtarifs
- Stadtwerke Heidelberg: 200 € Wallbox-Bonus für Bestandskunden
- Badenova (Freiburg): Regelmäßige Aktionen mit 150–300 € Wallbox-Zuschuss
Wichtig: Der BW-e-Solar-Gutschein erfordert eine netzdienliche Wallbox, die nach §14a EnWG steuerbar ist. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Ihre Wallbox diese Anforderung erfüllt. Modelle wie der go-eCharger Gemini flex 2.0 und die Wallbox Pulsar Plus unterstützen die §14a-Steuerung per Software-Update.
Berlin: WELMO — Wirtschaftsnahe Elektromobilität
Berlin fördert Elektromobilität und Ladeinfrastruktur über das Programm WELMO, das von der Investitionsbank Berlin (IBB) verwaltet wird. Auch wenn der Fokus auf Gewerbe liegt, gibt es Möglichkeiten für Privatpersonen.
WELMO (Wirtschaftsnahe Elektromobilität)
Das WELMO-Programm ist primär auf Unternehmen, Freiberufler und Vereine in Berlin ausgerichtet. Es fördert die Anschaffung von Elektrofahrzeugen und den Aufbau von Ladeinfrastruktur am Unternehmensstandort.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Förderbetrag | Bis zu 50 % der Investitionskosten, maximal 2.500 € pro Ladepunkt (gewerblich) |
| Zielgruppe | KMU, Freiberufler, gemeinnützige Organisationen mit Sitz in Berlin |
| Förderfähig | Wallbox-Hardware, Installation, Netzanschlusskosten, Lastmanagement |
| Antragstellung | Online über die Investitionsbank Berlin (IBB); Antrag VOR Auftragserteilung |
| Kombinierbar mit KfW? | Nein — eine Doppelförderung mit anderen öffentlichen Mitteln ist ausgeschlossen |
Für Privatpersonen: Berliner Stadtwerke und GASAG
Da WELMO primär gewerblich ausgerichtet ist, sind Berliner Privatpersonen auf die Angebote der lokalen Energieversorger angewiesen:
- Berliner Stadtwerke: Wallbox-Pakete mit vergünstigter Installation; gelegentliche Zuschussaktionen von 200–300 € für Neukunden
- GASAG / GASAG Solution: Wallbox-Installationsservice mit Komplettpreis-Garantie; bei Abschluss eines E-Mobilitäts-Stromtarifs 200 € Rabatt auf die Installation
- Vattenfall (Berlin): Wallbox-Angebote für Bestandskunden mit Sondertarifen für E-Auto-Laden
Wohneigentümergemeinschaften (WEG)
Für Berliner Mieter und WEG-Eigentümer ist die Situation besonders relevant: Seit der WEG-Reform 2020 haben Wohnungseigentümer einen Anspruch auf den Einbau einer Wallbox. Die WELMO-Förderung kann für gewerblich genutzte Stellplätze in Tiefgaragen greifen. Für rein private Stellplätze in WEGs bieten die KfW-Programme oder Stadtwerke-Zuschüsse die besten Optionen.
Gerade in Berliner Mehrfamilienhäusern empfiehlt sich eine Wallbox mit RFID-Zugangssteuerung und Abrechnungsfunktion, wie die KEBA P30 c-series mit integriertem MID-geeichtem Zähler.
Niedersachsen: NBank-Förderung und regionale Programme
Niedersachsen fördert Elektromobilität über die NBank (Investitions- und Förderbank Niedersachsen) und verschiedene regionale Initiativen. Das Land hat ein Förderprogramm speziell für Ladeinfrastruktur aufgelegt.
NBank — Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge
Die NBank verwaltet das niedersächsische Förderprogramm für Ladeinfrastruktur, das sowohl öffentlich zugängliche als auch nicht-öffentliche Ladepunkte umfasst.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Förderbetrag | Bis zu 40 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 900 € pro nicht-öffentlichem Ladepunkt |
| Förderfähige Kosten | Hardware, Installation, Netzanschluss, notwendige Elektroinstallation |
| Voraussetzungen | Standort in Niedersachsen, Verwendung von Ökostrom (Nachweis erforderlich), Ladepunkt mit mindestens 11 kW |
| Antragstellung | Online über das NBank-Kundenportal; Antrag vor Beginn der Maßnahme |
| Kombinierbar mit KfW? | Eingeschränkt — keine Doppelförderung derselben Kostenpositionen, aber KfW 442 für PV-Komponenten kombinierbar |
Regionale Energieversorger
- enercity (Hannover): 300 € Wallbox-Zuschuss für Bestandskunden; inklusive Installationsberatung und Elektrikerempfehlung
- EWE (Oldenburg/Ostfriesland): Wallbox-Komplettpakete mit 200–400 € Preisvorteil; inkl. Installationsservice
- Avacon (ländlicher Raum): 150–250 € Zuschuss in Verbindung mit E-Mobilitäts-Tarif
- Stadtwerke Osnabrück: Gelegentliche Wallbox-Förderaktionen mit 200 € Zuschuss
In Niedersachsen lohnt sich der Antrag bei der NBank besonders für Eigenheimbesitzer auf dem Land, wo die Installationskosten durch längere Kabelwege höher ausfallen. Eine preiswerte Wallbox wie die ABL eMH1 kombiniert mit der NBank-Förderung ergibt ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Sachsen: Sachsen Direkt und SAB-Förderung
Der Freistaat Sachsen fördert Elektromobilität über die Sächsische Aufbaubank (SAB) und verschiedene kommunale Programme. Sachsen hat einen besonderen Fokus auf die Verbindung von Ladeinfrastruktur mit erneuerbaren Energien.
SAB — Förderung von Ladeinfrastruktur
Die Sächsische Aufbaubank bietet über die Richtlinie „Speicher" und verwandte Programme Förderung für Ladeinfrastruktur in Verbindung mit Stromspeichern und PV-Anlagen.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Förderbetrag | Bis zu 400 € für eine Wallbox (als Bestandteil des Speicher-Förderprogramms) |
| Gesamtförderung | Bis zu 1.600 € für PV-Speicher + Wallbox im Paket |
| Voraussetzungen | Wohnsitz in Sachsen, neue PV-Anlage oder Speicher, intelligent steuerbare Wallbox |
| Antragstellung | Online über die SAB; Antrag vor Beauftragung der Installation |
| Kombinierbar mit KfW? | Ja — mit KfW 442 kombinierbar, sofern die Gesamtförderquote 60 % der Investitionskosten nicht übersteigt |
Kommunale Programme in Sachsen
- Stadtwerke Leipzig: 250 € Wallbox-Zuschuss für L-Strom-Kunden; zusätzlich E-Mobilitäts-Beratung
- DREWAG/SachsenEnergie (Dresden): Wallbox-Komplettpakete mit Installationsservice; 200–300 € Preisvorteil gegenüber Einzelkauf
- Stadtwerke Chemnitz (eins energie): Gelegentliche Förderprogramme für Wallbox-Installation
Tipp für sächsische Eigenheimbesitzer: Da die SAB-Förderung eine PV-Anlage oder einen Speicher voraussetzt, lohnt es sich, die Wallbox-Installation gemeinsam mit einer PV-Anlage zu planen. Mit der Kombination aus SAB-Zuschuss und KfW 442 können Sie einen erheblichen Teil der Gesamtinvestition finanzieren.
Hamburg: ELBE-Programm und IFB-Förderung
Die Freie und Hansestadt Hamburg gehört zu den aktivsten Fördergebern für Elektromobilität in Deutschland. Das zentrale Programm wird über die IFB Hamburg (Hamburgische Investitions- und Förderbank) abgewickelt.
ELBE — Programm Elektromobilität
Das ELBE-Programm (Electrify Buildings for EVs) fördert den Aufbau von Ladeinfrastruktur an Wohn- und Gewerbegebäuden in Hamburg. Es ist eines der großzügigsten Landesprogramme in Deutschland.
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Förderbetrag | Bis zu 60 % der Investitionskosten, maximal 1.500 € pro Ladepunkt |
| Förderfähige Kosten | Wallbox-Hardware, Installation, elektrische Infrastruktur (Kabelverlegung, Sicherungskasten-Erweiterung) |
| Voraussetzungen | Immobilie in Hamburg, Ökostrom-Nachweis, Wallbox mit intelligenter Steuerung (§14a EnWG) |
| Besonderheit | Erhöhter Fördersatz für Mehrfamilienhäuser und WEG-Projekte (bis zu 70 %) |
| Antragstellung | Online über die IFB Hamburg; Antrag vor Auftragserteilung an den Installateur |
| Kombinierbar mit KfW? | Eingeschränkt — Kombination mit KfW 442 möglich, wenn sich die Fördergegenstände nicht überschneiden |
Hamburg Energie und Vattenfall
- Hamburg Energie: 300 € Wallbox-Zuschuss für Kunden mit Ökostromtarif; zusätzlich vergünstigte E-Auto-Ladetarife
- Vattenfall Hamburg: Wallbox-Installationspakete mit Festpreisgarantie; 200 € Neukundenrabatt bei Stromtarif-Wechsel
- Stromnetz Hamburg: Kostenlose Beratung zur §14a-EnWG-konformen Wallbox-Installation
Besonderheit: Hamburger Tiefgaragen-Förderung
Hamburg hat eine spezielle Förderkomponente für Tiefgaragen und Gemeinschaftsgaragen. Die elektrische Ertüchtigung von Tiefgaragen-Stellplätzen (Kabelverlegung, Sicherungskasten, Brandschutz) wird mit bis zu 70 % der Kosten gefördert. Das ist besonders für Eigentümergemeinschaften (WEGs) interessant, die mehrere Ladepunkte gleichzeitig einrichten möchten.
Für Hamburger Mehrfamilienhäuser empfehlen wir eine Wallbox mit Lastmanagement und RFID-Steuerung, wie die KEBA P30 c-series — sie unterstützt die Vernetzung mehrerer Ladepunkte und kilowattstundengenaue Abrechnung.
Weitere Bundesländer im Überblick
Neben den oben ausführlich behandelten Bundesländern gibt es auch in anderen Ländern Fördermöglichkeiten — wenn auch teils weniger umfangreich.
Schleswig-Holstein
Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) hat gelegentlich Förderprogramme für Ladeinfrastruktur aufgelegt. Aktuell liegt der Fokus auf der Förderung über die Klimaschutz-Förderprogramme des Landes, die Wallboxen als Teil energetischer Gesamtmaßnahmen berücksichtigen können. Die Stadtwerke Kiel, Flensburg und Lübeck bieten eigene Zuschüsse von 150–300 €. Besonders aktiv ist die Provinzial Nord als regionaler Versicherer, die Wallbox-Pakete über Partnerunternehmen vermittelt.
Hessen
Hessen fördert Elektromobilität über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank). Das Förderprogramm „Elektromobilität in Hessen" richtet sich primär an Kommunen und Unternehmen. Privatpersonen profitieren vor allem von den Stadtwerke-Programmen: Mainova (Frankfurt) bietet 200–400 € Wallbox-Zuschuss, ENTEGA (Darmstadt) hat regelmäßig Wallbox-Aktionen, und die Stadtwerke Kassel bieten Komplettpakete mit vergünstigter Installation.
Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz wird die Förderung über die Investitions- und Strukturbank (ISB) koordiniert. Das Land hat mit dem Zukunftsenergieprogramm ZEIS einen Rahmen geschaffen, der auch Ladeinfrastruktur umfassen kann — allerdings primär im gewerblichen Bereich. Privatpersonen greifen auf die Programme der regionalen Versorger zurück: EVM (Koblenz) und die Stadtwerke Trier bieten Zuschüsse von 100–250 €. Zudem gibt es kommunale Klimaschutzprogramme in Mainz, Koblenz und Trier, die gelegentlich Wallbox-Förderungen beinhalten.
Thüringen
Die Thüringer Aufbaubank (TAB) hat über das Programm „Solar Invest" Wallboxen in Verbindung mit PV-Anlagen gefördert. Die Zuschüsse betragen bis zu 500 € pro Ladepunkt bei gleichzeitiger PV-Installation. Die Stadtwerke Erfurt und Jena bieten eigene Zuschüsse von 150–200 €.
Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es über das Landesförderinstitut (LFI) Möglichkeiten zur Wallbox-Förderung im Rahmen des Klimaschutz-Förderprogramms. Die WEMAG (Schwerin) bietet als regionaler Versorger Wallbox-Komplettpakete mit 200–300 € Preisvorteil an.
Saarland, Brandenburg, Bremen, Sachsen-Anhalt
In diesen Bundesländern gibt es aktuell keine spezifischen Landes-Wallbox-Förderprogramme für Privatpersonen. Hier empfehlen wir:
- Die KfW-Bundesprogramme (insbesondere KfW 442 für PV+Wallbox+Speicher)
- Stadtwerke-Angebote vor Ort abfragen — viele bieten eigenfinanzierte Zuschüsse
- Kommunale Klimaschutzprogramme prüfen — einzelne Städte und Landkreise haben eigene Fördertöpfe
Vergleichstabelle: Wallbox-Förderung nach Bundesland
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die wichtigsten Förderprogramme aller Bundesländer:
| Bundesland | Programm | Max. Förderung | PV-Pflicht? | KfW-kombinierbar? |
|---|---|---|---|---|
| NRW | progres.nrw | 1.000 € | Nein | Eingeschränkt |
| Bayern | 10.000-Häuser-Programm | 1.000 € | Ja | Ja |
| Baden-Württemberg | BW-e-Solar-Gutschein | 500 € | Ja | Ja |
| Berlin | WELMO | 2.500 € | Nein | Nein |
| Niedersachsen | NBank Ladeinfrastruktur | 900 € | Nein | Eingeschränkt |
| Sachsen | SAB Speicher-Programm | 400 € | Ja | Ja |
| Hamburg | ELBE / IFB | 1.500 € | Nein | Eingeschränkt |
| Schleswig-Holstein | IB.SH Klimaschutz | 300 € | Nein | Ja |
| Hessen | WIBank (gewerblich) | Variabel | Nein | Ja |
| Rheinland-Pfalz | ISB / ZEIS | 250 € | Nein | Ja |
| Thüringen | Solar Invest (TAB) | 500 € | Ja | Ja |
Hinweis: Förderbeträge in der Spalte „Max. Förderung" beziehen sich auf die reine Wallbox-Komponente. Bei Gesamtpaket-Förderungen (PV + Speicher + Wallbox) können die Gesamtbeträge deutlich höher liegen. Alle Angaben ohne Gewähr — Verfügbarkeit und Konditionen ändern sich regelmäßig.
Zusätzlich zu den Landesprogrammen sollten Sie immer auch die Stadtwerke-Angebote vor Ort prüfen. Diese sind in der Tabelle nicht enthalten, bieten aber oft 100–500 € extra — und lassen sich in der Regel mit den Landesprogrammen kombinieren.
KfW-Programme und Bundesförderung 2026
Parallel zu den Landesprogrammen gibt es weiterhin Bundesförderung über die KfW-Bankengruppe. Hier die wichtigsten Programme für Wallbox-Käufer in 2026:
KfW 442 — Solarstrom für Elektroautos
Das aktuell wichtigste Bundesprogramm für Eigenheimbesitzer mit E-Auto. Es fördert die Kombination aus PV-Anlage, Speicher und Wallbox als Gesamtpaket:
- Zuschuss: Bis zu 10.200 € für das Gesamtpaket (PV + Speicher + Wallbox)
- Wallbox-Anteil: Pauschal 600 € für eine bidirektionale Wallbox, 600–1.200 € je nach Leistung
- Voraussetzungen: Eigentümer eines Wohngebäudes, E-Auto vorhanden oder bestellt, alle drei Komponenten müssen neu installiert werden
- Antragstellung: Online über das KfW-Zuschussportal — Antrag VOR Beauftragung
KfW 440 — Ladestationen für Elektroautos (ausgelaufen)
Das bekannte 900-€-Programm ist seit Oktober 2021 ausgelaufen und wird voraussichtlich nicht neu aufgelegt. Es war das einfachste und großzügigste Programm für reine Wallbox-Förderung ohne PV-Pflicht.
Steuerliche Förderung: §35a EStG
Auch ohne spezifisches Förderprogramm können Sie die Installationskosten steuerlich absetzen. Nach §35a EStG (Handwerkerleistungen) können Sie 20 % der Arbeitskosten (nicht Materialkosten) als Steuerermäßigung geltend machen — maximal 1.200 € pro Jahr. Das gilt für die Elektriker-Arbeit bei der Wallbox-Installation und kann zusätzlich zu Landesförderungen genutzt werden.
Optimale Kombination: So maximieren Sie die Förderung
Für maximale Ersparnis empfehlen wir diese Strategie:
- Landesprogramm beantragen (z. B. progres.nrw, ELBE Hamburg)
- Stadtwerke-Zuschuss sichern (100–500 € je nach Anbieter)
- KfW 442 prüfen (wenn PV-Anlage und Speicher geplant sind)
- §35a EStG nutzen (Installationskosten steuerlich absetzen)
Rechenbeispiel: Eine Heidelberg Energy Control (459 €) mit professioneller Installation (800 €) kostet insgesamt 1.259 €. Mit progres.nrw (1.000 €) + Stadtwerke-Zuschuss (300 €) + §35a EStG (160 € für Arbeitskosten) kommen Sie auf eine Förderung von bis zu 1.460 € — mehr als die Gesamtkosten. In der Praxis wird die Förderung auf die tatsächlichen Kosten gedeckelt, aber es zeigt: Die Wallbox kann effektiv kostenlos sein.
Förderung richtig beantragen: Schritt für Schritt
Der häufigste Fehler bei der Wallbox-Förderung: Die Wallbox wird vor dem Förderantrag bestellt oder installiert. Die meisten Programme erfordern, dass der Antrag vor Beginn der Maßnahme gestellt wird. Halten Sie sich an diese Reihenfolge:
Schritt 1: Förderprogramme recherchieren
Prüfen Sie die verfügbaren Programme auf drei Ebenen:
- Bundesebene: KfW-Zuschussportal (kfw.de) — aktuelle Programme prüfen
- Landesebene: Landesförderbank Ihres Bundeslandes (siehe Tabelle oben)
- Lokal: Website Ihres Energieversorgers/Stadtwerks → Rubrik „E-Mobilität" oder „Förderprogramme"
Schritt 2: Förderantrag stellen
Die meisten Anträge laufen online über das Portal der jeweiligen Förderbank. Sie benötigen typischerweise:
- Personalausweis / Identitätsnachweis
- Eigentumsnachweis oder Vermieter-Zustimmung
- Kostenvoranschlag eines Elektrikers (bei vielen Programmen Pflicht)
- Ökostrom-Nachweis (Stromrechnung oder Liefervertrag)
- Technisches Datenblatt der geplanten Wallbox
Schritt 3: Bewilligung abwarten
Die Bearbeitungsdauer variiert stark: Von wenigen Tagen (Stadtwerke-Zuschüsse) bis zu 8–12 Wochen (Landesförderbanken). Bestellen oder beauftragen Sie nichts, bevor der Bewilligungsbescheid vorliegt!
Schritt 4: Wallbox kaufen und installieren lassen
Nach der Bewilligung können Sie Ihre Wallbox bestellen und einen Elektriker beauftragen. Achten Sie darauf, dass die Wallbox den Förderkriterien entspricht (mindestens 11 kW, ggf. netzdienlich steuerbar, ggf. Ökostrom). Unsere Top-Wallbox-Empfehlungen erfüllen alle gängigen Fördervoraussetzungen.
Schritt 5: Verwendungsnachweis einreichen
Nach der Installation reichen Sie den Verwendungsnachweis ein. Je nach Programm benötigen Sie:
- Rechnung der Wallbox (mit Modellbezeichnung und Seriennummer)
- Rechnung des Elektrikers (Arbeits- und Materialkosten getrennt)
- Foto der installierten Wallbox
- Inbetriebnahmeprotokoll des Elektrikers
- Anmeldebestätigung beim Netzbetreiber
Schritt 6: Zuschuss erhalten
Nach Prüfung des Verwendungsnachweises wird der Zuschuss ausgezahlt — typischerweise innerhalb von 4–8 Wochen auf Ihr Konto.
Tipp: Dokumentieren Sie von Anfang an alles sorgfältig. Machen Sie Fotos vor, während und nach der Installation. Heben Sie alle Rechnungen, Bestätigungen und den E-Mail-Verkehr mit der Förderstelle auf. So vermeiden Sie Nachfragen und Verzögerungen bei der Auszahlung.
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Häufig gestellte Fragen
Gibt es 2026 noch Förderung für private Wallboxen?
Ja, obwohl die bundesweite KfW-440-Förderung (900 €) seit 2021 ausgelaufen ist, gibt es weiterhin zahlreiche Landesprogramme und Stadtwerke-Zuschüsse. Nordrhein-Westfalen (progres.nrw), Hamburg (ELBE), Bayern (10.000-Häuser-Programm) und andere Bundesländer bieten Förderungen von 200 bis 1.500 € pro Ladepunkt. Zusätzlich fördert die KfW 442 Wallboxen im Paket mit PV-Anlage und Speicher mit bis zu 10.200 €.
Kann ich Landes- und Bundesförderung für die Wallbox kombinieren?
In den meisten Fällen ja — aber es gibt Einschränkungen. Die Grundregel: Dieselben Kosten dürfen nicht doppelt gefördert werden. Die KfW 442 (PV+Speicher+Wallbox) lässt sich oft mit Landesprogrammen kombinieren, wenn die Kostenblöcke sauber getrennt werden. Einige Landesprogramme wie WELMO (Berlin) schließen eine Kombination mit anderen öffentlichen Mitteln jedoch explizit aus. Prüfen Sie die Förderbedingungen immer im Detail.
Muss ich den Förderantrag vor dem Wallbox-Kauf stellen?
Ja, bei fast allen Programmen. Die meisten Landes- und KfW-Förderprogramme erfordern, dass der Antrag vor Beginn der Maßnahme gestellt wird — also bevor Sie die Wallbox bestellen oder den Elektriker beauftragen. Ausnahme sind manche Stadtwerke-Zuschüsse, die auch nachträglich beantragt werden können. Bestellen Sie Ihre Wallbox erst, wenn Sie den Bewilligungsbescheid erhalten haben.
Welche Wallbox-Anforderungen gelten für die Förderung?
Die häufigsten Anforderungen sind: Mindestens 11 kW Ladeleistung, stationäre Installation (keine mobilen Lader), Verwendung von Ökostrom und zunehmend eine netzdienliche Steuerbarkeit nach §14a EnWG. Manche Programme fordern zusätzlich ein integriertes Energiemanagement oder die Fähigkeit zum PV-Überschussladen. Alle in unserem Wallbox-Vergleich empfohlenen Modelle erfüllen die gängigen Fördervoraussetzungen.
Wie lange dauert die Bearbeitung eines Förderantrags?
Die Bearbeitungszeiten variieren stark: Stadtwerke-Zuschüsse werden oft innerhalb weniger Tage bewilligt. Landesprogramme (NBank, L-Bank, IFB Hamburg) brauchen typischerweise 4–8 Wochen, in Hochphasen auch bis zu 12 Wochen. KfW-Anträge werden in der Regel innerhalb von 2–4 Wochen bearbeitet. Planen Sie den Zeitaufwand ein und bestellen Sie Ihre Wallbox erst nach Erhalt der Bewilligung.
Kann ich die Wallbox-Installation steuerlich absetzen?
Ja, auch ohne Förderprogramm können Sie die Installationskosten über §35a EStG (Handwerkerleistungen) steuerlich geltend machen. Sie erhalten 20 % der Arbeitskosten als Steuerermäßigung — maximal 1.200 € pro Jahr. Das gilt für die Elektriker-Arbeit, nicht für die Wallbox-Hardware. Wichtig: Die Rechnung muss per Überweisung bezahlt werden (nicht bar). Diese Steuerermäßigung ist zusätzlich zu Landes- und Stadtwerke-Förderungen nutzbar.
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