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Schwarze Ladestation mit Typ-2-Ladekabel für Elektroautos
Der Typ-2-Stecker ist der europäische Standard für AC-Laden — die meisten Wallboxen und öffentlichen Ladesäulen nutzen ihn.

Typ 1 vs. Typ 2 Laden: Welcher Stecker für welches E-Auto?

· Von CheapEVCharger Team

Beim Laden von Elektroautos sorgen die verschiedenen Steckertypen oft für Verwirrung. In Europa hat sich der Typ-2-Stecker (auch Mennekes-Stecker genannt) als Standard durchgesetzt — doch es gibt auch noch Typ-1-Fahrzeuge und das CCS2-System für Schnellladen. Dieser Ratgeber erklärt alle Unterschiede, damit Sie den richtigen Stecker und die richtige Ladeleistung für Ihr Elektroauto wählen.

Typ-1-Stecker: Der einphasige Anschluss

Der Typ-1-Stecker (auch SAE J1772 genannt) stammt ursprünglich aus den USA und Japan und war einer der ersten standardisierten Ladestecker für Elektroautos.

Technische Daten Typ 1

  • Phasen: 1-phasig (einphasiger Wechselstrom)
  • Maximale Leistung: 7,4 kW (230 V, 32 A)
  • Steckerform: Rund, 5 Kontakte, mit Verriegelung
  • Verbreitung: Überwiegend ältere E-Autos und japanische/amerikanische Modelle

Welche Fahrzeuge nutzen Typ 1?

In Deutschland begegnen Sie dem Typ-1-Stecker vor allem bei:

  • Ältere Modelle: Nissan Leaf (1. Generation), Mitsubishi i-MiEV, Opel Ampera-e
  • US-Importe: Chevrolet Bolt (ältere Modelle), Ford Focus Electric
  • Plug-in-Hybride: Einige ältere PHEV-Modelle von Mitsubishi und Toyota

Wichtig: Neuere Modelle dieser Hersteller sind inzwischen auf Typ 2 umgestiegen. Der Nissan Ariya, der Hyundai Ioniq 5 und alle aktuellen europäischen Modelle nutzen ausschließlich Typ 2. Typ 1 ist in Europa ein Auslaufmodell.

Typ 1 in Deutschland: Die Einschränkungen

Wenn Sie ein Fahrzeug mit Typ-1-Anschluss besitzen, stehen Sie vor einigen Herausforderungen:

  • Maximale Ladeleistung nur 7,4 kW: Da Typ 1 einphasig arbeitet, können Sie maximal 7,4 kW laden — selbst wenn Ihre Wallbox 11 oder 22 kW unterstützt.
  • Öffentliche Ladesäulen: Die meisten öffentlichen AC-Ladesäulen in Deutschland haben eine Typ-2-Buchse. Sie benötigen ein Typ-2-auf-Typ-1-Kabel.
  • Wallbox-Auswahl: Die meisten Wallboxen werden mit Typ-2-Buchse oder festem Typ-2-Kabel geliefert. Für Typ-1-Fahrzeuge brauchen Sie eine Wallbox mit Buchse und ein separates Typ-1-Ladekabel.

Typ-2-Stecker (Mennekes): Der europäische Standard

Der Typ-2-Stecker wurde von der deutschen Firma Mennekes entwickelt und ist seit 2014 der offizielle EU-Standard für AC-Laden. Alle neuen Elektroautos in Europa werden mit einem Typ-2-Anschluss ausgeliefert.

Technische Daten Typ 2

  • Phasen: 1-phasig oder 3-phasig (Drehstrom)
  • Maximale Leistung: 22 kW (3-phasig, 400 V, 32 A) — an öffentlichen Ladesäulen bis 43 kW
  • Steckerform: Rund, 7 Kontakte, mit Verriegelung
  • Verbreitung: Alle aktuellen E-Autos in Europa

Warum Typ 2 der überlegene Standard ist

Der entscheidende Vorteil des Typ-2-Steckers liegt in der Dreiphasigkeit. Während Typ 1 nur einphasig laden kann (maximal 7,4 kW), unterstützt Typ 2 dreiphasiges Laden mit bis zu 22 kW im privaten Bereich. Das bedeutet:

  • Dreimal schnelleres Laden: Bei 11 kW laden Sie ein E-Auto mit 60-kWh-Akku in ca. 5,5 Stunden statt in über 8 Stunden mit Typ 1.
  • Zukunftssicher: Typ 2 ist gesetzlich vorgeschriebener Standard in der EU — alle neuen Ladesäulen und Wallboxen setzen darauf.
  • Universell kompatibel: Jedes neue E-Auto in Europa hat einen Typ-2-Anschluss.

1-phasig vs. 3-phasig: Was heißt das?

Das deutsche Stromnetz bietet an jedem Hausanschluss dreiphasigen Drehstrom (3 × 230 V = 400 V). Das ist ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Ländern, die nur einphasig versorgt werden.

  • 1-phasig (3,7 kW): Eine Phase, 230 V, 16 A. Entspricht einer normalen Haushaltssteckdose — langsam, aber funktional.
  • 1-phasig max. (7,4 kW): Eine Phase, 230 V, 32 A. Maximum für Typ-1-Fahrzeuge.
  • 3-phasig 11 kW: Drei Phasen, 400 V, 16 A. Der Standardwert für Heim-Wallboxen in Deutschland — ideal fürs Übernachtladen.
  • 3-phasig 22 kW: Drei Phasen, 400 V, 32 A. Doppelt so schnell wie 11 kW, aber nicht alle Fahrzeuge können 22 kW AC laden.

Für die meisten Heim-Situationen ist eine 11-kW-Wallbox die optimale Wahl: ausreichend schnell, günstig in der Installation und nur anmeldepflichtig (nicht genehmigungspflichtig).

Vergleich: Typ 1 vs. Typ 2 im direkten Überblick

Hier alle wichtigen Unterschiede auf einen Blick:

EigenschaftTyp 1 (SAE J1772)Typ 2 (Mennekes)
HerkunftUSA / JapanEuropa (Deutschland)
Phasen1-phasig1- oder 3-phasig
Max. Leistung (privat)7,4 kW22 kW
Max. Leistung (öffentlich)7,4 kW43 kW
Kontakte57
EU-StandardNeinJa (seit 2014)
Neue FahrzeugeKaum nochAlle in Europa
Schnellladen (DC)CHAdeMO (auslaufend)CCS2 (Standard)
Ladezeit 60 kWh Akkuca. 8–16 Stundenca. 3–5,5 Stunden

Welcher Stecker für Sie der richtige ist

Die Entscheidung ist in den meisten Fällen einfach:

  • Neues E-Auto in Europa: Sie haben automatisch Typ 2. Kaufen Sie eine Wallbox mit Typ-2-Buchse oder festem Typ-2-Kabel.
  • Älteres Fahrzeug mit Typ 1: Kaufen Sie eine Wallbox mit Typ-2-Buchse und ein separates Typ-2-zu-Typ-1-Kabel. So können Sie die Wallbox später auch für ein Typ-2-Fahrzeug nutzen.
  • Zwei Fahrzeuge: Eine Wallbox mit Typ-2-Buchse (ohne festes Kabel) gibt Ihnen maximale Flexibilität — stecken Sie einfach das passende Kabel ein.

Berechnen Sie die Ladezeit für Ihr Fahrzeug und Ihre Wallbox mit unserem Ladezeit-Rechner.

11 kW vs. 22 kW: Welche Ladeleistung brauche ich zu Hause?

Die Wahl zwischen einer 11-kW- und einer 22-kW-Wallbox ist eine der häufigsten Fragen beim Wallbox-Kauf. Hier die Fakten:

11-kW-Wallbox: Der Standard für zu Hause

  • Ladeleistung: 11 kW (3 × 16 A)
  • Ladezeit 40 kWh Akku (z. B. VW ID.3 Pure): ca. 3,5 Stunden
  • Ladezeit 77 kWh Akku (z. B. Hyundai Ioniq 5): ca. 7 Stunden
  • Genehmigung: Nur Anmeldepflicht beim Netzbetreiber (keine Genehmigung nötig)
  • Installationskosten: Geringer (dünneres Kabel, kleinere Sicherungen)

22-kW-Wallbox: Doppelte Geschwindigkeit — mit Einschränkungen

  • Ladeleistung: 22 kW (3 × 32 A)
  • Ladezeit 40 kWh Akku: ca. 1,8 Stunden
  • Ladezeit 77 kWh Akku: ca. 3,5 Stunden
  • Genehmigung: Genehmigungspflichtig beim Netzbetreiber (kann abgelehnt oder eingeschränkt werden!)
  • Installationskosten: Höher (dickeres Kabel 5 × 6 mm², stärkere Sicherungen, höhere Leitungskosten)

Wichtig: Nicht jedes E-Auto kann 22 kW AC laden

Viele aktuelle E-Autos haben einen eingebauten AC-Lader (Onboard-Charger), der nur 11 kW unterstützt. Selbst mit einer 22-kW-Wallbox laden diese Fahrzeuge nur mit maximal 11 kW. Beispiele:

  • VW ID.3 / ID.4: 11 kW AC (serienmäßig)
  • Hyundai Ioniq 5 / Kia EV6: 11 kW AC
  • Tesla Model 3 (Standard): 11 kW AC
  • BMW iX1: 11 kW AC

Fahrzeuge, die tatsächlich 22 kW AC nutzen können:

  • Renault Zoe: 22 kW AC
  • Mercedes EQS / EQE: 22 kW AC (optional)
  • BMW iX: 22 kW AC (optional)
  • Porsche Taycan: 22 kW AC (optional)

Unsere Empfehlung

Für die allermeisten Privatanwender ist eine 11-kW-Wallbox die richtige Wahl. Sie ist günstiger in Anschaffung und Installation, braucht keine Genehmigung, und lädt die meisten E-Autos über Nacht problemlos voll. Eine 22-kW-Wallbox lohnt sich nur, wenn Ihr Fahrzeug tatsächlich 22 kW AC laden kann und Sie sehr kurze Standzeiten haben.

CCS2: Schnellladen mit Gleichstrom (DC)

Für unterwegs und auf Langstrecken ist DC-Schnellladen unverzichtbar. Hier kommt der CCS2-Standard ins Spiel.

Was ist CCS2?

CCS2 (Combined Charging System 2) ist der europäische Standard für Gleichstrom-Schnellladen. Er baut auf dem Typ-2-Stecker auf und erweitert ihn um zwei zusätzliche DC-Kontakte am unteren Ende. So entsteht ein Kombi-Stecker, der sowohl AC- als auch DC-Laden unterstützt.

  • Leistung: 50–350 kW (je nach Ladesäule und Fahrzeug)
  • Ladezeit: 10–80 % in 20–40 Minuten (bei 100+ kW)
  • Verbreitung: Alle DC-Schnellladesäulen in Europa (IONITY, EnBW, Fastned, Aral pulse)

CCS2 vs. CHAdeMO

Neben CCS2 gibt es noch den CHAdeMO-Standard (japanisch), der vor allem vom Nissan Leaf und dem Mitsubishi Outlander PHEV genutzt wurde. CHAdeMO ist in Europa jedoch ein Auslaufmodell:

  • Neue Ladesäulen in Europa werden überwiegend nur noch mit CCS2 ausgestattet
  • Selbst Nissan hat beim Ariya auf CCS2 gewechselt
  • CHAdeMO-Ladesäulen werden nicht mehr ausgebaut, vorhandene bleiben aber vorerst in Betrieb

Tesla und CCS2 in Europa

Tesla nutzt in Europa den Typ-2-Anschluss am Fahrzeug und CCS2 an den Superchargern. Anders als in den USA (wo Tesla den eigenen NACS-Stecker verwendet) ist in Europa kein Adapter nötig — Tesla-Fahrzeuge laden an jeder CCS2-Schnellladesäule direkt. Mehr dazu in unserem Tesla Lade-Ratgeber für Deutschland.

DC-Laden für zu Hause?

DC-Schnellladestationen für den Heimbereich existieren, sind aber nicht sinnvoll: Sie kosten 10.000–50.000 €, erfordern einen Drehstromanschluss mit mindestens 63 A und sind für den normalen Privatgebrauch völlig überdimensioniert. Für zu Hause bleibt AC-Laden mit 11 kW die wirtschaftlichste Lösung. Vergleichen Sie die besten günstigen Wallboxen in unserer aktuellen Bestenliste.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2?

Der Hauptunterschied ist die Anzahl der Phasen: Typ 1 ist einphasig (max. 7,4 kW), Typ 2 unterstützt dreiphasig (bis 22 kW privat). Typ 2 ist der EU-Standard seit 2014, alle neuen E-Autos in Europa nutzen ihn. Typ 1 findet sich nur noch bei älteren oder importierten Fahrzeugen.

Brauche ich eine 11-kW- oder 22-kW-Wallbox?

Für die meisten Privatanwender reicht eine 11-kW-Wallbox. Sie lädt ein typisches E-Auto über Nacht voll, ist günstiger und muss nur angemeldet (nicht genehmigt) werden. Eine 22-kW-Wallbox lohnt nur, wenn Ihr Fahrzeug auch 22 kW AC laden kann (z. B. Renault Zoe, Mercedes EQS). Viele aktuelle E-Autos laden AC maximal mit 11 kW.

Was ist CCS2 und brauche ich das?

CCS2 (Combined Charging System 2) ist der europäische Standard für DC-Schnellladen mit 50–350 kW. Sie brauchen CCS2 an öffentlichen Schnellladesäulen auf Langstrecken. Für zu Hause ist CCS2 nicht relevant — dort laden Sie mit AC über den normalen Typ-2-Anschluss Ihrer Wallbox.

Kann ich ein Typ-1-Fahrzeug an einer Typ-2-Wallbox laden?

Ja, mit einem Typ-2-zu-Typ-1-Adapterkabel (ca. 100–200 €). Kaufen Sie dafür eine Wallbox mit Typ-2-Buchse (ohne festes Kabel). So können Sie später auch ein Typ-2-Fahrzeug laden. Beachten Sie: Die Ladeleistung bleibt auf maximal 7,4 kW begrenzt, da Typ-1-Fahrzeuge nur einphasig laden.

Warum können nicht alle E-Autos mit 22 kW AC laden?

Die AC-Ladeleistung wird vom Onboard-Charger (eingebauter Wandler im Fahrzeug) bestimmt, nicht von der Wallbox. Viele Hersteller verbauen aus Kostengründen nur einen 11-kW-Onboard-Charger. Ein 22-kW-Onboard-Charger ist schwerer, teurer und für Übernachtladen meist nicht nötig. Prüfen Sie im Datenblatt Ihres Fahrzeugs die maximale AC-Ladeleistung.